Bevor heute der Planungsausschuss der Regionalversammlung ab 14 Uhr in der Stuttgarter Liederhalle tagt, werden Windkraftgegner ihrem Protest Ausdruck verleihen: Vertreter mehrerer Bürgerinitiativen wollen dem Vorsitzenden Thomas Bopp (CDU) einen offenen Brief mit einem Forderungskatalog überreichen. Denn die Ausschussmitglieder sollen über die Festlegung von Vorranggebieten für Windkraft in der Region abstimmen und eine Empfehlung abgeben, der sich am 30. September mutmaßlich die Regionalversammlung anschließen wird.

Die in einem Dachverband organisierten Windkraftgegner, darunter Gerti Stiefel und Ewald Nägele aus Birenbach sowie Robert Jachmann aus Adelberg, weisen unter anderem darauf hin, dass ihrer Meinung nach zu wenig Wind im Land weht und die Anlagen nicht wirtschaftlich zu betreiben seien.

Rund vier Jahre plant die Region nun schon, jetzt soll ein verbindlicher Entwurf festgelegt werden. Von ursprünglich 96 möglichen Standorten sind noch 77 im Rennen, darunter 20 im Kreis Göppingen. Allerdings empfiehlt der Regionalverband den Parlamentariern, sieben weitere Standorte zu streichen, darunter GP-21 (Eichbühl bei Aufhausen) sowie GP-07 (Messelberg bei Donzdorf). Für letzteren Standort könnte stattdessen unter der Bezeichnung "GP-A" der weiter nördlich gelegene Messelhof als Vorranggebiet ausgewiesen werden.

Den Regionalräten werden heute auch Stellungnahmen der betroffenen Kommunen vorgelegt. Wangen begrüßt demnach die Ausweisung des ehemaligen Bundeswehrdepots im Schurwald als Windkraft-Standort, Adelberg lehnt dies ab. Unter anderem heißt es: "Die Freilichtspiele im Klosterhof würden in Frage gestellt." Die ebenfalls betroffene Stadt Schorndorf hat dem Plan im Grundsatz zugestimmt.

Ob nun letztlich auch alle 70 Vorranggebiete ausgewiesen werden, ist nicht sicher, das hängt mit den Mehrheitsverhältnissen in der Regionalversammlung zusammen. SPD und Grüne, in deren Fraktion auch ein ÖDP-Mitglied sitzt, und Linke (inklusive eines Piraten in der Fraktion) haben als klare Befürworter mit 36 Stimmen keine Mehrheit, genauso wie der eher windkraftkritische Block aus CDU, FDP, AFD und "Innovative Politik" (ein AFD-Mitglied, ein "Republikaner"), der zusammen auf 38 Stimmen kommt. Den Ausschlag wird das Stimmverhalten der Freien Wähler geben, die 13 Stimmen in die Waagschale werfen.
 



Info Der Planungsausschuss tagt am Mittwoch ab 14 Uhr in der Liederhalle, die Regionalversammlung entscheidet am 30. September. In Wangen findet im November eine Bürgerinformation zum Thema Windkraft statt.