Bald könnte der "landschaftlich vielgestaltige Albtrauf in seiner natürlichen Eigenart und Schönheit", wie er in einer Beratungsunterlage des Umweltschutzamtes für den Landkreis Göppingen bezeichnet wird, erheblich an ökologischem Wert einbüßen. Amtsleiter Joachim Eberlein stellte dem Ausschuss für Umwelt und Verkehr des Kreistags im Landratsamt die Pläne für den Ausbau der Windenergie im Landkreis vor: Die Pläne umfassen unter anderem die 1485 Hektar großen "Albhochflächen um Hohenstadt und Drackenstein mit oberem Gosbachtal". Die Flächen gelten seit 1997 als Landschaftsschutzgebiet. Das Naturschutzgesetz schreibt für solche Gebiete vor, dass Windkraftgebiete erst nach einem Änderungsverfahren genehmigt werden dürfen.

Die Naturschutzbehörde bereitet derzeit ein entsprechendes Verfahren für das 135 Hektar große Windkraftgebiet "GP-27 'Hohenstadt'" vor. Dafür wird zunächst die Schutzgebietsverordnung überarbeitet und das Gebiet neu abgegrenzt. Die Behörde weist im Anschluss einzelne Flächen aus, auf denen Windenergieanlagen sowie Neben- und Erschließungsanlagen errichtet werden dürfen. Voraussichtlich Ende März oder Anfang April können Naturschutzverbände und weitere Träger öffentlicher Belange sowie die Bürger Stellung nehmen. Die Entscheidung über die Änderung des Schutzgebietes soll im Juli fallen.