Beim Spazierengehen im Naturschutzgebiet „Spielburg“ am Hohenstaufen fallen zur Zeit vor allem die Schachbrettfalter auf, berichtet der Vorsitzende des Nabu Göppingen, Dr. Wolfgang Rapp. Im Sommer sind sie in der Spielburg die dominante Schmetterlingsart. „Der Sommervogel ist für mich der Neuntöter. Ich freue mich, dass er im Mai aus seinem Winterquartier im südlichen Afrika zurückgekehrt ist und allen Nachstellungen mit Netzen und Leimruten in Nordafrika und Südeuropa entkommen konnte“, betont Rapp. Auf der „Spielburg“ und im „Ried“ in Hohenstaufen haben in diesem Jahr wieder mehrere Paare ihre Jungen großgezogen oder sind noch bei der Jungenaufzucht. Um den Neuntöter zu beobachten, brauche man ein Fernglas, denn er habe eine gewisse Fluchtdistanz.

Ohne Fernglas, so der Experte, kann man an der „Spielburg“ die schönen Grünspechte beobachten: „Wir haben dort eine gute Population.

Außer Schmetterlingen und Vögeln sind jetzt die Wildbienen aktiv, nicht nur im Naturschutzgebiet, sondern auch im heimischen Garten.“ Nicht zuletzt auf Grund des offenes Briefs von Umweltwissenschaftlern an Ministerpräsident Winfried Kretschmann und der aktuellen Zahlen des Bundesumweltministeriums sei eine breitere Öffentlichkeit für das dramatische Insektensterben in unserer Landschaft sensibilisiert worden. Die Forscher, so berichtet Rapp, gehen davon aus, dass wir in den letzten Jahren 80 Prozent unserer Insekten verloren haben.

Was kann man gegen den drastischen Rückgang tun? Man kann mit einfachen Mitteln die  zahlreichen Insekten im Garten unterstützen, erläutert der Experte: „Wenn man zum Beispiel den Schnittlauch blühen lässt, wird man überrascht sein, wie Wildbienen – dazu gehören auch die Hummeln – und Schmetterlinge sich daran laben.“ Er lasse auch immer im Herbst einige „Gelbe Rüben“ stehen, denn im  Sommer, wenn sie blühten, seien sie begehrte „Trachtpflanzen“ für die Wildbienen.

Nisthilfen für Wildbienen würden in Fachgeschäften und Baumärkten reichlich angeboten. Der Nabu-Vorsitzende: „Sie sehen schön aus und haben fantasievolle Namen, aber die meisten nützen den Wildbienen wenig oder gar nichts.“ Wer sich informieren wolle, solle auf die Homepage des Wildbienenfachmanns Dr. Paul Westrich aus Tübingen gehen oder sein fundiertes Grundlagenwerk „Wildbienen. Die anderen Bienen“ lesen. „Natürlich sind unsere kleinen Maßnahmen gegenüber dem Trend nur ein Tropfen auf den heißen Stein, aber viele Tropfen können auch eine Wirkung zeigen“, betont Rapp. Es sei ihm klar, dass unser maßloser Landschaftsverbrauch, gerade auch im Kreis Göppingen, sowie die Intensivierung der Landwirtschaft mit dem großflächigen Einsatz von Insektengiften und die „Lichtverschmutzung“ Hauptursachen seien, „die wir auf den politischen Handlungsfeldern grundlegend verändern müssen, um die biologische Vielfalt wieder zu stabilisieren“. „Wir sollten aber als naturverbundene Bürgerinnen und Bürger alles tun, um unseren Beitrag zur Unterstützung der heimischen Natur zu leisten“, unterstreicht der Experte. Gerne gebe der Nabu in Göppingen und Umgebung Auskunft über sinnvolle Maßnahmen und Nisthilfen für Wildbienen.