Verkehr Wie die Radler durch den Herbst kommen

Kreis Göppingen / SWP 09.11.2018

Der Kreis Göppingen ist ein fahrradfreundlicher Landkreis. Ein Anliegen ist es, die Bürger zum Umstieg vom Auto aufs Rad zu bewegen, pro Jahr stellt die Kreisverwaltung 100 000 Euro zur Verbesserung der Radwegeinfrastruktur bereit.

Nun sind Radwege das eine, die Bereitschaft, sie zu nutzen, das andere. Der Radbeauftragte des Kreises, Marco Schwab, hat deshalb für seine Zielgruppe einige Tipps, wie sie der nasskalten Jahreszeit trotzen kann. „Wer sich morgens ins Auto setzt, kommt auf der Arbeit genauso müde an, wie er zu Hause losgefahren ist“, sagt Schwab, „ außer die anderen Verkehrsteilnehmer haben den Blutdruck in die Höhe getrieben.“ Und: „Das einzige Körperteil, das nass wird, ist das Gesicht.“

Wichtig in diesem Sinne ist – so Schwab – die richtige Kleidung. Je länger die Kleidung Feuchtigkeit und Nässe ausgesetzt ist, desto größer ist die Wassersäule, der das Outfit standhalten muss. Die Wassersäule gibt an, wieviele Millimeter Wasser aufgeschichtet werden können, bis das Wasser durch den Stoff drückt. Bei kurzen Strecken reicht ein günstiger Regenponcho. Für längere Strecken bietet sich eine Kombination aus Regenjacke und -hose an. Eine Regenjacke gilt als wasserdicht, wenn sie einer Wassersäule von 800 Millimeter standhält. Für die Regenhose empfiehlt Schwab aber einen Wert von mindestens 2000 Millimeter. Das entspricht etwa dem Druck, der auf die Hose wirkt, wenn sich ein Radler auf einen nassen Sattel setzt. Zudem rät er zu Kleidung aus atmungsaktiven Materialien, um nicht verschwitzt am Ziel anzukommen. Dass die Kleidung in auffälligen Farben gehalten sein sollte, am besten noch mit Leuchtreflektoren versehen, um frühzeitig gesehen zu werden, versteht sich von selbst.

Angepasste Fahrweise

Wichtig ist zudem eine der Jahreszeit angepasste Fahrweise. Zum einen ist es im Herbst oft trüb und duster, zum anderen kann durch nasses Laub der Boden rutschig sein, weshalb Radler vorsichtig und vorausschauend fahren sollten. Für Kurven gilt: Mit den Augen immer den Kurvenausgang im Blick haben. Zudem sollten Radler nicht erst in der Kurve bremsen, sondern schon davor, um selbige dann mit gleichmäßiger Geschwindigkeit zu durchfahren. Wer auf gerader Strecke plötzlich bremsen muss, sollte sein Gewicht nach hinten verlagern, damit das Vorderrad nicht wegrutscht. Außer ausreichend Profil auf den Reifen hilft gegen Rutschen außerdem, den Luftdruck etwas zu verringern. Der Mantel hat so mehr Kontaktfläche zum Boden. Um für andere gut sichtbar zu sein, gilt grundsätzlich: Licht an.

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