Das Thema Windräder, die auf der Vorrangfläche GP 03 - diese umfasst größtenteils das Gelände des Ex-Bundeswehrdepots zwischen Wangen und Schorndorf-Oberberken - geplant sind, beschäftigte auch den Wangener Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung. Bürgermeister Daniel Frey berichtete dort von einem Gespräch mit dem potentiellen Betreiber der Windkraftanlagen auf dem Ex-Bundeswehrdepot, einem Konsortium bestehend aus der Energieversorgung Filstal (EVF) sowie den Stadtwerken Schorndorf, Fellbach und Tübingen. In diesem Gespräch habe es geheißen, dass auf dem ehemaligen Militärgelände vier Windkraftanlagen rentabel und geplant sind - anstatt der zuvor sechs angedachten Windräder.

Der Wangener Gemeinderat monierte die fehlende Transparenz in dieser Sache. Man sei bisher noch nicht einmal über das Ergebnis der Windmessungen informiert worden. Auch über die Möglichkeit der Bürgerbeteiligung werde nicht mehr gesprochen. "Es ist wichtig, dass den Bürgern transparent dargestellt wird, warum unser Standort rentabel ist, der Standort bei Aichwald (ES-03) auf dem Schurwald aber nicht", meinte beispielsweise Gemeinderat Benjamin Christian. Er betonte aber ausdrücklich, dass dies keine Ablehnung des Standortes ist, sondern nur die Forderung nach mehr Transparenz.

"Es wurde uns auch zugesichert, dass sich die Wangener Bürger finanziell am Windpark beteiligen können, um ebenfalls vom Standort zu profitieren. Hierzu gibt es wohl noch keine Pläne. Das Konsortium muss seine Zusage einhalten und hier noch liefern", forderte Christian.

Timo Schlotz von den Stadtwerken Schorndorf bestätigte: "Die Erkenntnisse aus dem nun vorliegenden Windgutachten sowie die Bedenken der Anwohner, speziell aus der Gemeinde Adelberg bezüglich Abstandsflächen zur Wohnbebauung, sind in die laufenden Planungen mit eingeflossen." Die Anlagenanzahl wurde, da ein deutlich höherer Gesamtwirkungsgrad des geplanten Windparks erzielt werden könne sowie die Abstandsflächen zu Adelberg auf über 1600 Meter erhöht würden, auf nun vier Windenergieanlagen reduziert, teilte Schlotz weiter mit.

"In den kommenden Wochen wird der Genehmigungsantrag bei der zuständigen Genehmigungsbehörde eingereicht. Der weitere Zeitplan ist abhängig vom Verlauf des anstehenden Genehmigungsverfahren", erklärt der Projektleiter für technische Anlagen bei den Stadtwerken Schorndorf und fügt hinzu: "Zum jetzigen Projektstand ist ein konkretes Angebot über eine finanzielle Bürgerbeteiligung am geplanten Projekt ,Windpark auf dem Schurwald' noch verfrüht. Hier ist ebenfalls der Verlauf des Genehmigungsverfahrens sowie eine mögliche Bauphase noch abzuwarten."

Ein Bürgerbeteiligungsangebot am geplanten Windpark sei aber weiterhin vorgesehen und werde zu einem gegebenem Zeitpunkt der Öffentlichkeit vorgestellt, sagte Timo Schlotz.