Kuchen Weiterhin Ärger wegen Windrädern

Kuchen / Ilja Siegemund 09.04.2018
Die Gemeinde Kuchen will den Geräuschpegel der Anlagen auf dem Tegelberg selbst messen lassen.

Wer in Kuchen für eine hitzige Diskussion sorgen will, muss nur das Thema Windkraft ansprechen. Seit sich an der Traufkante des Tegelbergs oberhalb von Kuchen auf Donzdorfer Gemarkung drei Anlagen drehen, beklagen sich die Kritiker: zum einen über den Lärm der Rotoren und zum anderen über das Eis, das sich bei Minusgraden an den Anlagen bildet, zu Boden fällt und womöglich Spaziergänger und Wanderer verletzt (wir berichteten). In der jüngsten Gemeinderatssitzung sorgten die drei Anlagen erneut für Diskussionsstoff.

Kuchen wird selbst aktiv

Im Mittelpunkt stand dabei eine Antwort des Landratsamts auf ein Schreiben der Gemeinde, in der diese unter anderem eine umgehende Überprüfung der von den Windrädern ausgehenden Lärmimmissionen gefordert hatte. Die Antwort allerdings fiel für Gemeinderat und Verwaltung nicht zufriedenstellend aus: Eine Überprüfung des Lärms habe seit der Inbetriebnahme der Windräder noch nicht stattgefunden – so interpretierte Bürgermeister Bernd Rößner das Schreiben. Die Gemeindeverwaltung will deshalb selbst tätig werden und den Geräuschpegel der Windräder messen lassen. Dem stimmten die Gemeinderäte einstimmig zu. Die Gemeinde wolle damit unterstreichen, dass „man nicht nur fordert, sondern selbst aktiv wird, um eigene Erkenntnisse zu erhalten, ob die Zweifel an der Einhaltung der Lärmwerte berechtigt sind“.

Unterdessen scheinen sich immer mehr Kuchener mit den Anlagen abzufinden, sagte der Bürgermeister. „In den vergangenen Tagen gingen im Rathaus weniger Beschwerden wegen des Lärms ein“, informierte er und ergänzte: „Grundsätzlich können wir nichts daran ändern - die Anlagen stehen nun einmal“.

Termin soll Klarheit bringen

Der Bürgermeister betonte, dass er das Landratsamt nicht als Gegner sieht, sondern als Partner, mit dem man gemeinsam die Probleme lösen müsse. Deshalb hat er Vertreter der Kreisbehörde dazu eingeladen, sich selbst einen Eindruck von der Geräuschkulisse der Windräder zu machen. „Am besten bei Ostwind, Nebel und gegebenenfalls um 4 oder 5 Uhr morgens, wenn Nebengeräusche zu vernachlässigen sind.“ Nur so könne man einen realistischen Eindruck von den Lärmimmissionen erhalten. Seitens des Landratsamtes erhielt Bernd Rößner schon die Bereitschaft, sich die Sache vor Ort anzuschauen – und anzuhören.

Zahlen

Die Windräder auf dem Tegelberg der Firma GE Wind Energy GmbH verfügen über eine elektrische Gesamtleistung von 8,34 Megawatt. Die Gesamthöhe der Anlagen vom Erdboden bis zur Rotorspitze beträgt 199 Meter und die drei Rotorblätter haben eine Länge von jeweils 60 Metern.

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