Uhingen Was ist gemalt, was gedruckt?

Elke Widenmann vor ihren Arbeiten auf Schloss Filseck. "Ein Bild muss immer wieder Neues erzählen", betont die Heiningerin. Foto: Margit Haas
Elke Widenmann vor ihren Arbeiten auf Schloss Filseck. "Ein Bild muss immer wieder Neues erzählen", betont die Heiningerin. Foto: Margit Haas
Uhingen / MARGIT HAAS 20.03.2014
"Der erste und der zweite Blick" heißt die Ausstellung von Elke Widenmann auf Schloss Filseck. Ihre Werke sind Spiegel der eigenen Befindlichkeit und lassen auch beim dritten Blick Neues entdecken.

"Ein Kunstwerk muss überraschend bleiben", betont Elke Widenmann. Die Heiningerin ist vor allem als Mosaikkünstlerin bekannt. Auf Schloss Filseck will sie in den kommenden Wochen in ihrer Ausstellung "Der erste und der zweite Blick" unter Beweis stellen, dass sie auch als Malerin aussagekräftig ist - in ihren Gemälden wie auch in unterschiedlichen Holzschnitten.

Was ist gemalt, was gedruckt? Schon die Differenzierung bedarf des zweiten Blicks. Denn so ausgefeilt ist die Technik der Künstlerin, dass sich bei einigen Bildern nicht auf den ersten Blick erschließt, ob sie Leinwand oder Papier bemalt oder bedruckt hat. Sie stellt aber auch ganz klassische Holzdrucke aus, denen sie freilich ihr eigenes Gepräge gibt. Spiegelungen und Schatten, dem zufällig an einen Strand gespülten Wohlstandsmüll verleiht sie ein scheinbar bewegtes Eigenleben. Etwa ein ausgestellter Druckstock, der scheinbar den Blick in ein Gewässer zeigt, der sich aus sich heraus zu bewegen scheint. In ihren Holzschnitten experimentiert sie mit Farben und Drucktechniken. Jeder Druck bleibt dabei ein Unikat. Auch ihre jüngsten Werke, auf koreanischem Papier aus der Rinde des Maulbeerbaumes gedruckt, scheinen großflächig gemalt. Sie sind lebendig wie das Papier, "das Teil des Motivs ist".

"Die Quelle meiner Motive sind innere Bilder und Erkenntnisse aus dem Gegenständlichen." Diese Motive findet Elke Widenmann gerade in der Natur. Ganz wichtig ist ihr die Farbgebung, die vor der Formensprache steht. Bewusst spielt sie mit kalten und warmen Farben, entwickelt aus dem Gegensatz einen ungeheuren Spannungsbogen, der "Raum lässt, um meinen Bildern Fragen zu stellen".

Nicht immer werden diese Fragen beantwortet - auch nicht nach dem zweiten oder dritten Blick. Denn: "Ein Bild muss immer wieder Neues erzählen, muss überraschend bleiben und den eigenen Stimmungen entsprechen." Kunst müsse "der Spiegel der eigenen Befindlichkeit sein". So entwickelt sich zwischen den Bildern und Drucken und dem Betrachter ein beständiger Dialog, der beim Gang durch die Kunst von Elke Widenmann immer wieder neu belebt wird.

Info Ausstellungseröffnung ist morgen, 19.30 Uhr, im Leutrum-Saal von Schloss Filseck. Öffnungszeiten: täglich von 14 bis 17 Uhr (bis 11. Mai)

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