Kreis Göppingen Klinikneubau: Warten auf den Geldsegen

Die Klinik am Eichert wird durch einen Neunbau ersetzt.
Die Klinik am Eichert wird durch einen Neunbau ersetzt. © Foto: Staufenpress
Kreis Göppingen / Dirk Hülser 08.10.2018
Am Dienstag findet das Fördergespräch über den Zuschuss zum Neubau der Klinik am Eichert im Sozialministerium statt. Womöglich folgen weitere Termine.

Am Dienstag geht es für die Alb-Fils-Kliniken und den Landkreis ums Ganze: Im Sozialministerium in Stuttgart findet das Fördergespräch statt, in dem es darum geht, wie hoch das Land den Neubau der Klinik am Eichert bezuschusst. Bereits im Frühjahr soll mit dem Bau begonnen werden. Klinik und Kreis hoffen, dass rund die Hälfte der förderfähigen Investitionssumme erstattet wird.

Insgesamt rechnen die Bauherren mit Kosten von 380 Millionen Euro: Laut der im Juni aktualisierten Kostenberechnung summieren sich der Neubau samt Parkhaus, Kita, Abriss der alten Klinik und weiterer Posten auf 367,4 Millionen Euro, hinzu sind weitere 12,6 Millionen Euro für „Unvorhergesehenes“ ausgewiesen. Förderfähig sind aber nur 307 Millionen, das sind die prognostizierten Kosten für die Klinik an sich, deren Infrastruktur und die Außenanlagen.

Teilbaufreigabe im Kreistag

Das Thema brennt der Verwaltung unter den Nägeln, bereits in dieser Woche am Freitag soll der Kreistag über die „Teilbaufreigabe Erdaushub und Rohbau“ entscheiden – auch wenn bis dahin noch keine Förderzusage des Landes vorliegen sollte. Das Regierungspräsidium ist mit dem Vorgehen einverstanden. Grund für die Eile ist unter anderem die Tatsache, dass es jetzt einen „idealen Ausschreibungszeitraum“ gebe und somit auch das Witterungsrisiko reduziert werde. Im März könnte bei erfolgreicher Ausschreibung mit dem Erdaushub, im September mit dem Rohbau begonnen werden.

Doch dass es am Mittwoch bereits eine verbindliche Zusage des Landes gibt, ist keineswegs sicher, es wird zuerst einmal ein Angebot geben. Die Pressesprecherin des Ministeriums, Claudia Krüger, sagt: „Am 10. Oktober wird das Ministerium dem Träger die baufachliche Stellungnahme von Vermögen und Bau detailliert vorstellen und auf dessen Grundlage ein Angebot für eine Festbetragsförderung unterbreiten.“ Dann wird sich zeigen, wie es weitergeht: „Es ist derzeit nicht absehbar, ob danach weitere Gespräche erforderlich sind oder wir bereits zu einem Abschluss kommen.“

Klinik-Geschäftsführer Wolfgang Schmid lässt sich von der Pressestelle der Alb-Fils-Kliniken so zitieren: „Selbstverständlich hoffen wir, dass wir uns mit dem Ministerium rasch einigen, mit welcher Summe sich das Land an unserem Neubau beteiligt. Ob dafür ein Gespräch ausreicht, wird sich im Gesprächsverlauf zeigen.“ Die Göppinger Delegation werde sich dafür einsetzen, „eine wirklich gute und akzeptable Förderung zu erhalten“. Schmid weist darauf hin, dass Klinikprojekte vom Land in den vergangenen Jahren im Durchschnitt mit rund 50 Prozent bezuschusst worden seien. „Wir haben sehr konservativ mit 48 Prozent kalkuliert.“ Das wären gut 147 Millionen Euro.

Doch was wäre, wenn die Förderung deutlich niedriger als geplant ausfällt? Für Schmid ist klar: „Sollte die letztendliche Fördersumme darunter liegen, müsste die bisherige Planung nochmals reduziert werden oder die Kliniken-GmbH und der Landkreis müssen entsprechend tiefer in die Tasche greifen.“

In einer Auflistung der Fördergelder, die dem Aufsichtsrat der Kliniken-GmbH und den Kreisräten vorliegt, sind diverse Klinikprojekte aus den Jahren 2013 bis 2017 aufgeführt. Demnach hat das Göppinger Christophsbad für den Neubau der Kinder- und Jugendpsychiatrie 8,1 Millionen Euro bekommen, das entspricht einer Förderquote von 51,8 Prozent. Spitzenreiter war das Klinikum Heidenheim, es hat von 57 Millionen Euro 61,6 Prozent erstattet bekommen. Das Städtische Klinikum Karlsruhe bekam die niedrigste Quote, von der Antragssumme in Höhe von 237 Millionen Euro wurden 47,97 Prozent gefördert.

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Drei Neubauten sind teurer geworden

Kostenentwicklung: Kita, Parkhaus und Personalwohnungen der Klinik sind fertiggestellt. Im Oktober 2015 wurden die Kosten für die neue Kita auf 2,9 Millionen Euro taxiert. Im Juni 2018 sind es laut aktualisierter Kostenberechnung 3,6 Millionen – ein Plus von 24 Prozent. Das Parkhaus verteuerte sich demnach von 6,5 auf 6,8 Millionen Euro, das Plus betrug hier 4,6 Prozent. Die Personalwohnungen kosteten statt 17 Millionen laut der Auflistung 18,6 Millionen, ein Zuwachs um 9,4 Prozent. Der Betrag des Postens „Baupreissteigerung“ sank demnach seit dem Jahr 2015 von 20 auf 13 Millionen Euro.

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