Politik Warnung vor 68ern und der „linken Meinungsmacht“

Uhingen / Peter Buyer 14.05.2018

„Die 68er hatten vor allem ein Angriffsziel: Die Familie.“ Birgit Kelle kommt gleich am Anfang ihres Vortrags zur Sache. Die Journalistin und Autorin spricht auf dem Frühjahrsempfang der CDU Uhingen im Uditorium am Freitagabend zum Thema „Ein gesellschaftlicher Umschwung in Deutschland“. Genau 50 Jahre nach der 68er-Bewegung und deren „Marsch durch die Institutionen“ sei es nun an der Zeit, gegenzusteuern, sagt Kelle – und genau das macht sie gut eine Stunde lang. Sie nimmt die 68er, deren Denkansätze und Ideologie auseinander, setzt ihre Ansichten, die nicht immer konventionell aber ausdrücklich konservativ sind, dagegen und erreicht, ja begeistert damit das Publikum im gut gefüllten Uditorium.

Am Anfang der Gesellschaft und ihrer Ordnung stehe die Familie, und da wollten die 68er mit ihrem Ziel, das von ihnen bekämpfte System über Bord zu werfen, ran, sagt Kelle. Die Familie gelte bei vielen Vertretern und Nachfolgern der 68er als „Auslaufmodell“. Ohne Grund, findet Kelle, „denn noch immer wachsen 80 Prozent der Kinder bei ihren eigenen, leiblichen Eltern auf“. Familie ist immer noch der Normalfall, „die Menschen sind hoffnungslos romantisch“, sagt Kelle.

Gefahr drohe der klassischen Familie mit Frau, Mann und Kindern aber weiterhin, denn jetzt arbeite „die linke Meinungsmacht“ daran, jeden heiraten und eine Familie gründen zu lassen, egal welchen Geschlechts. „Und wenn erstmal alle alles dürfen, wird der Begriff Familie ausgehöhlt und es bliebe nichts mehr von der bisher noch durch das Grundgesetz geschützten klassischen Familie übrig“, meint die streitbare Referentin. Von der Auflösung der Familie und neuen Rollenbildern für Frauen hält Kelle nicht viel. Mütter sollten nicht vorgeschriebenen bekommen, dass sie möglichst schnell nach der Geburt eines Kindes wieder arbeiten gehen, da sie sonst ihr „Potenzial vergeuden.“ Gegen Begriffe aus der Gender-Debatte, „die 99 Prozent der Leute sowieso nicht erklären können“, wendet sich Kelle.

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