Stötten Warm und staubtrocken: Der abgelaufene August ist ein Monat der Extreme

Abendstimmung bei Stötten. 250,9 Sonnenstunden verzeichnen die Meteorologen für den abgelaufenen Monat.  
Abendstimmung bei Stötten. 250,9 Sonnenstunden verzeichnen die Meteorologen für den abgelaufenen Monat.   © Foto: Jochen Weis
Stötten / JOCHEN WEIS 07.09.2016
Spät kam er, der Hochsommer, aber er kam: Ab Mitte August gab es Sonne satt in der Region. Die Kehrseite der Wetter-Medaille: Es fiel zu wenig Regen.

Der Juni: viel zu nass. Der Juli: na ja, ging so. Der August: nach einem Stotterstart die volle Breitseite. Wochenlang gierten die Menschen förmlich nach einem richtigen Sommer, zur Mitte des abgelaufenen Monats hin wurden sie erhört: Ab dem 13. August bewegten sich die Temperaturen – mit Ausnahme zweier Tage – konstant zwischen 23 und 30 Grad, achtmal schien in dieser Zeit die Sonne länger als zwölf Stunden täglich, zweimal länger als zehn Stunden. Und das bei lediglich einem Gewitter während des gesamten Monats. So verzeichnet es die Wetterwarte in ihrer Statistik.

Allerdings hatte der August auch seine Schattenseite, deren Folgen – verbrannte Rasen und Wiesen, Bäume, die ihr Laub bereits fallen lassen – allgegenwärtig sind: Es war förmlich staubtrocken. Ganze 32,1 Liter Regen fielen während des gesamten Monats, davon allein 19,9 Liter bereits am 4. August. Um die Dimension besser erfassen zu können: Das Soll liegt, also das langjährige Mittel, bei der Wetterwarte Stötten bei 107,2 Liter je Quadratmeter. Das heißt, es fiel nicht mal ein Drittel des sonst üblichen Niederschlags.

Damit ist der August 2016 zugleich einer der trockensten seit Beginn der Wetteraufzeichnung der Wetterwarte Stötten im Jahr 1946. Noch trockener war es lediglich dreimal, dabei ist der August 1947 mit 17,5 Liter unangefochtener Spitzenreiter. Deutlich nasser als das Mittel geht übrigens auch: Im August 2002 musste sich bei 185,5 Liter niemand wirklich Sorgen machen ums Gießwasser.

Wenn wir an dieser Stelle schon bei den wie auch immer gearteten Rekordwerten sind: Heißester Tag des abgelaufenen Monats war der 26. August mit 30,1 Grad – laut Wetterbeobachter Martin Melber „der zweithöchste Wert in einer letzten August-Dekade“. Den Rekord hält der 26. August 2011 mit 30,9 Grad. Wobei selbst diese beiden Spitzenwerte blass aussehen gegen das All-Time-High, den absoluten Temperaturrekord, gemessen im Jahrhundertsommer am 13. August 2003. Damals brannte die Sonne mit 34,2 Grad herab.

In der Summe war der abgelaufenen Monat um genau zwei Grad zu warm. 17,3 Grad stand unterm Strich, der Referenzwert liegt bei 15,3 Grad. Im langjährigen Stöttener Ranking liegt der August 2016 auf Platz 13. Spitzenreiter ist und bleibt der August 2002 mit 21,7 Grad, ganz am Ende, auf Platz 70, findet sich der August 2006 mit schon herbstlich anmutenden 13 Grad wieder.

Apropos „herbstlich“: Wenngleich es tagsüber meist trocken war, wurde es nachts schon ordentlich feucht auf den Böden. Das Phänomen nennt sich „Morgentau“. Der entsteht, wenn der bodennahe Wasserdampf durch die nächtliche Kühle kondensiert. 21 Tage mit Tau zählten die Stöttener Wetterbeobachter – wenig verwunderlich angesichts der Tatsache, dass die nächtlichen Temperaturen nur viermal die 15-Grad- Marke überschritten. Zwischen Tag- und Nachttemperatur lagen häufig bis zu zehn Grad Differenz.

Bleibt zum Abschluss noch einmal der Blick auf den Sonnenschein: Unterm Strich stehen 250,9 Stunden zu Buche, zwölf Prozent mehr als das längjährige Mittel von 224,3 Stunden. Sonnigster Tag der 13. August mit 13,5 Stunden. Damit reiht sich der abgelaufene August in der Statistik auf Platz 15 ein. Ganz oben steht der August 1962, als die Sonne 302,5 Stunden lang schien. Das macht auf den Tag umgerechnet 9,8 Stunden. Nicht einmal die Hälfte davon hat der August 1968 vorzuweisen. Damals zeigte sich die Sonne nur 132,8 Stunden.