Kreis Göppingen Wanderer ärgern sich über Mountainbiker

Ein Mountainbiker fährt auf dem Wanderweg vom Ödenturm ins Tal. Laut Gesetz dürfen Radler so schmale Wege nicht nutzen.
Ein Mountainbiker fährt auf dem Wanderweg vom Ödenturm ins Tal. Laut Gesetz dürfen Radler so schmale Wege nicht nutzen. © Foto: Wolfgang Braig
Kreis Göppingen / Isabelle Jahn 02.05.2018
Wanderer fühlen sich teils von Mountainbikern gestört. Kreis-Tourismusmanager Holger Bäuerle setzt auf neue Angebote.

Auf den Waldwegen im Kreis Göppingen geht es nicht immer harmonisch zu: Wanderer beschweren sich bei über Mountainbiker, die enge Wege wie zum Beispiel vom Geislinger Ödenturm ins Tal hinunter rasen.

Das erschrecke nicht nur Fußgänger, sondern zerstöre mit der Zeit auch die Wanderwege, meint auch Erika Binder, die Vorsitzende der Geislinger Ortsgruppe des Schwäbischen Albvereins (SAV): „Viele Mountainbiker haben nicht einmal eine Klingel.“

Die andere Seite weist die Vorwürfe zurück: Die Beschwerden der Wanderer seien ein Zeichen mangelnder Toleranz, meint Peter Kälberer, Gründungsmitglied der DIMB (Deutschen Initiative Mountainbike) IG Stauferland sowie Mitglied in der Geislinger Alpenvereinssektion. „Es gibt Untersuchungen, die zeigen, dass ein Mountainbiker – wenn er vernünftig fährt – nicht mehr kaputt macht als ein Wanderer.“

Holger Bäuerle, der Tourismus-Manager für den Landkreis Göppingen, plädiert dafür, die Angelegenheit nicht zu dramatisieren. „Es gibt viele Wanderer und Mountainbiker, die sich mit Respekt begegnen.“ Verbote seien keine Lösung. Vielmehr soll ein neues Angebot im Landkreis Mountainbiker künftig auf für sie bestimmte Wege lenken.

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Respektvolles Miteinander in Wald und Flur

Die Zwei-Meter-Regel schreibt Fahrradfahrern vor, im Wald nicht auf Wegen unter zwei Metern Breite zu fahren. Durch diese Regel hat Baden-Württemberg im Jahr 1995 das Waldgesetz des Bundes verschärft, durch das das Radfahren auf den Waldwegen grundsätzlich erlaubt ist. Die Regel ist in der Mountainbike-Szene umstritten, es gab immer wieder Petitionen zur Abschaffung.

Wanderer, Biker und Reiter im Landkreis Göppingen haben sich 2015 in einer Erklärung auf ein respektvollen Miteinander in Wald und Flur geeinigt. Unter anderem sollen folgende Regeln eingehalten werden:
● Wegsperrungen und Ruhezonen respektieren
● Keine Spuren wie Müll und Tierkot hinterlassen sowie den Weg schonen
● Vorausschauend und rücksichtsvoll handeln
● Alle Nutzer von Wald und Flur respektieren
● Rücksicht auf Tiere und Pflanzen nehmen, die Dämmerung am Morgen und am Abend meiden.

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