Neue Situation in Heiningen: In den letzten Monaten konnte die Gemeinde zuziehenden Familien keine Kindergartenplätze anbieten. Außerdem reichen die Ganztagesplätze im Kinderhaus am Reuschwald nicht mehr aus. Dies berichtete Hauptamtsleiterin Barbara Dill dem Gemeinderat.  Bei den Ganztageskindern im Kinderhaus könne man sich noch behelfen, der Schlafraum gebe ein paar zusätzliche Plätze her. Aber: Wenn nochmal drei Kinder kämen, sei es vorbei. Man müsse sich überlegen, wie man die Kapazitäten für Essen und Schlafen weiter ausbauen können.

Bürgermeister Norbert Aufrecht dachte bei der Einweihung des Kinderhauses vor wenigen Jahren, jetzt sei alles im Trockenen und die erwarteten Zuzüge im Baugebiet Breite III gut versorgt. Aber gefehlt. Es kämen einfach viel mehr als die Quote von 30 Prozent der Krippenkinder, von der das Land ausgegangen sei, und der Zulauf an Ganztageskindern sei auch weit über allen Erwartungen. Die Zukunft sei: „in Kindergarten und Schule 70 Prozent Ganztag.“  Nicht zuletzt steigen die Geburtenzahlen in Heiningen. Das Statistische Landesamt hinke der Entwicklung hinterher, so der Schultes, „das prognostiziert uns noch Rückgang.“

Wie man den Mangel abfangen könne, „wird uns gewaltig beschäftigen“, sagt der Schultes. Den Hofkindergarten könne man nicht erweitern. Der Breitekindergarten sei ein eingeschossiger Flachdachbau, eine Aufstockung sei nicht das Einfachste. Vielleicht sei es eine Option, die Bauplatzreserve für das Haus in der Breite für den Kindergarten zu  nehmen. Was sich geradezu anbiete, sei jedoch der Ausbau des Kinderhauses im Reusch, weil nebenan auf dem Sportplatz ein Baugebiet entstehen soll. Michael Traub (Bürgerliste) denkt auch an leerstehende Räume in der Schule. Die könnte man für den Kindergarten nehmen, „mindestens vorübergehend“. Dort habe man auch die Mensa. So sieht es auch der Schultes. Michael Frei (Bürgerliste) erinnert an die Variante eines Waldkindergartens, der braucht kein Haus. Claudia Schlürmann (Frauenliste) sähe den aber nicht als Ersatz für Ganztagesplätze. Der wäre nur ein Puffer, meint auch der Schultes.  Aber die Idee sei nicht ohne, und der Gemeinderat will jetzt diese Möglichkeit prüfen.

Claudia Schlürmann  favorisiert eine Tagespflegestelle, die man in der Schule einrichten könnte. Damit sei man flexibel. Die Frage sei, ob man das für Kindergartenkinder bekommt, meistens sei es für Krippenkinder. Amtsleiterin Dill will dranbleiben, hat aber auch gehört: es sei bei dieser Betreuung ganz schwierig mit Abrechnungen und auch deutlich teurer.