„Der Sieg von Emmanuel Macron ist ein Zeichen für Europa und ein klares Sig­nal gegen Rechtspopulismus“, sagt Hermann Färber, CDU-Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis Göppingen: „Mit der Wahl Macrons haben sich die französischen Bürger deutlich für Europa entschieden.“ Trotzdem gebe es vielschichtige Fragestellungen, die jedoch mit einfachen populistischen Antworten nicht zu lösen sind. „Eine Demokratie braucht Debatten. Diese gilt es Punkt für Punkt, Argument für Argument zu führen“, betont Färber, der „die gesunkene Wahlbeteiligung“ im zweiten Wahlgang sowie „die Abgabe von 4,2 Millionen leerer beziehungsweise ungültiger Stimmzettel“ kritisch sieht.

Im Falle Macrons, der mit 65,5 Prozent der abgegebenen Stimmen die Wahl gewann, bleibe nun abzuwarten, wie er sich als Präsident aller Franzosen ein- und die Zusammenarbeit mit den europäischen Partnern weiterführe – vor allem mit Deutschland. „Hierbei sehe ich gespannt Diskussionen entgegen, etwa um die Vergemeinschaftung europäischer Schulden, die bisher von Frankreich gefordert wurde“, sagt der Unions-Abgeordnete „Ich bin der Ansicht, dass jeder Staat für seine von ihm gemachten Schulden selbst haften muss.“

Auch die Göppinger SPD-Bundestagsabgeordnete Heike Baehrens ist erleichtert über das Votum der Franzosen: „Für das deutsch-französische Verhältnis und die EU insgesamt war es ein sehr erfreuliches Ergebnis“, sagt sie: „Macron hat mit einem klar pro-europäischen Wahlkampf gewonnen. Er hat sich deutlich zur europäischen Idee bekannt und sich für deren Weiterentwicklung ausgesprochen.“ Die Wahl sei ein Zeichen des französischen Volkes für ein vereintes Europa gewesen.

Innenpolitisch würde Macron indes vor einer großen Herausforderung stehen. Dem neuen Präsidenten sei bewusst, dass ihn viele Bürger nur gewählt hätten, um die Republik gegen den Front National zu verteidigen. Baehrens: „Ich hoffe, dass es ihm gelingt den Franzosen Zuversicht für die Zukunft zu vermitteln und wieder für eine positive Grundstimmung im Land zu sorgen.“