Die „Anzahl der Hilfsfrist-Überschreitungen hat sich erhöht“, gab der DRK-Kreisgeschäftsführer Alexander Sparhuber in einer schriftlichen Stellungnahme an die Verwaltung in Wäschenbeuren zu. Das Rettungsdienstgesetz des Landes sieht vor, dass Rettungsdienst und Notarzt möglichst nach 10 Minuten, spätestens 15 Minuten eintreffen sollen – und zwar in 95 Prozent der Fälle.

Die in Wäschenbeuren verzeichneten Verspätungen seien unter anderem auf eine Erhöhung der Einsatzzahlen zurückzuführen: „Erfreulich ist, dass unverändert bei einem hohen Anteil der Hilfsfrist-Überschreitungen die Rettungsmittel in der 16. beziehungsweise in der 17. Minute eintreffen“, schrieb Sparhuber an Wäschenbeurens Bürgermeister Karl Vesenmaier.

„Die Zahlen werden nicht besser werden“, prophezeite Vesenmaier und verwies auf die Baustelle in Birenbach. Dies war auch ein Argument, das Sparhuber in seinem Schreiben vorbrachte: „In den kommenden Monaten wird die B 297 wegen Bauarbeiten teilweise gesperrt. Dieser Umstand wird sich sicherlich negativ … auswirken.“

Die erhöhten Einsatzzahlen der Sanitäter seien auch darauf zurückzuführen, dass Ärzte keine Hausbesuche mehr machten. Da rufe man wohl lieber den RTW, bevor man ins Krankenhaus fahre, wurde im Gremium spekuliert.

Dass das DRK die Versorgung auch von Wäschenbeuren durch die Stationierung eines Rettungswagens in Bartenbach verbessern möchte, wurde im Gemeinderat als „keine befriedigende Lösung“ aufgenommen. Sparhuber zufolge soll der Standort im ersten Halbjahr 2019 in Betrieb genommen und rund um die Uhr mit einem Rettungswagen besetzt sein.

Unbefriedigend ist diese Lösung deshalb, weil es der falsche Standort sei, und auch nur ein halber Erfolg, bemängelten die Kommunalpolitiker. Zum RTW müsse auch ein Notarzt stationiert werden. Aber: „Lieber ein RTW als gar nix“, sagte CDU-Chef Erich Hieber.

Ein zweiter Schritt, nach der Stationierung des Rettungswagens müsse sein, einen Notarzt nach Bartenbach zu kriegen. Allerdings ist der Rettungswagen in Bartenbach keine unmittelbare Dauereinrichtung. Sparhuber: „Geplant ist zunächst ein zweijähriger Testbetrieb. Sollte sich der Standort bewähren, so woll das DRK dort einen Rettungswachen-Neubau erstellen.“

Bereits vor vier Jahren erhielt Wäschenbeuren Informationen vom DRK. Bei den neuen Daten handele es sich um eine Fortschreibung. Vesenmeier machte den Kommunalpolitikern klar: „Das muss ein Dauerbrenner bei uns bleiben!“