Wäschenbeuren Suche nach richtigem Platz für Wohnmobile

Der Wohnmobil-Platz in Heiningen. Auch Wäschenbeuren will so einen. Aber wo?
Der Wohnmobil-Platz in Heiningen. Auch Wäschenbeuren will so einen. Aber wo? © Foto: Staufenpress
Wäschenbeuren / Arnd Woletz 14.09.2018
Die Schurwaldgemeinde will  Übernachtungsmöglichkeiten für Camper schaffen, der Standort für die Anlage ist im Gemeinderat aber noch umstritten.

Göppingen hat einen, aber auch kleinere Gemeinden wie Heiningen und Rechberghausen. Es geht um Plätze mit Versorgungs-Einrichtungen, an denen Wohnmobil-Touristen übernachten dürfen. Dass auch Wäschenbeuren eine solche Einrichtung will, ist im Gemeinderat nicht mehr umstritten, wohl aber der Standort. Das wurde in der Sitzung am Donnerstagabend deutlich.

Zwei Alternativen stehen zur Wahl: zum einen eine Grünfläche in der Nähe des Sportplatzes am Rande des Wohngebiets. Und zum anderen eine Freifläche am östlichen Ende des Gewerbegebiets Richtung Maitis. Für den Standort am Sportplatz machte sich Peter Baudisch (CDU) stark. Er sei attraktiver und die Camper hätten es nicht weit zur Gaststätte. Vier Wohnmobile können dort jeweils stehen. Als gewünschte Ausstattung an einen solchen Platz gelten ein Stromanschluss mit Münzautomat, ein Wasseranschluss und eine Entsorgungsmöglichkeit für Chemietoiletten.

Ob ein solcher Platz im Wohngebiet tatsächlich richtig platziert wäre, fragten sich allerdings einige von Baudischs Ratskollegen. Auch Bürgermeister Karl Vesenmaier befüchtete, dass der Platz „Probleme im Genehmigungsverfahren mit der Nachbarschaft“ auslösen könnte. Um seine Bedenken zu unterstreichen, hatte der Rathauschef einen Artikel über das Aus für den Camper-Stellplatz in Kirchheim ausgeteilt. Dort hatte die Stadt die Einrichtung wieder abgebaut, nachdem es zu Protesten der Anwohner gekommen war, weil die Entsorgungsanlage üble Gerüche verbreitete und die Bürger Lärmbelästigungen anzeigten.

Peter Baudisch glaubte allerdings nicht, dass die Kircheimer Verhältnisse mit Wäschenbeuren vergleichbar wären, denn Kirchheim liege direkt an der Autobahn. Außerdem schlug er vor, anders als Kirchheim, eine geringe Übernachtungsgebühr zu verlangen.

Viele Ratskollegen hatten dennoch Bauchweh. Sie verwiesen beispielsweise darauf, dass die Interessen der dauerhaft im Ort lebenden Bürger höher zu werten seien. Andere hatten Bedenken wegen der recht engen Zufahrtswege zum Standort am Sportplatz, der manchen Wohnmobilfahrer vor Probleme stellen könnte. Das wäre am Gewerbegebiet einfacher. Auch der Bürgermeister unterstrich, dass der Platz von der Kreisstraße aus sichtbar wäre und sozusagen „Werbung für sich selbst machen“ würde. Dort habe man auch einen tollen Blick auf den Hohenstaufen.

Claudia Merkt-Heer (CDU) hatte sich allerdings die Mühe gemacht und mit aktiven Wohnmobil-Nutzern gesprochen: Die hätten beim Standort Gewerbegebiet gleich abgewunken, berichtete die Gemeinderätin. Dort würden sie als Wohnmobilnutzer nie und nimmer hinfahren.

Zu den Akten legen wollte man die Alternative beim Sportplatz  nicht, sondern zuerst mit dem Landratsamt und den Anwohnern sprechen. „Wenn die Bürger dahinter stehen, wäre das sicher der schönere Platz“, räumte Vesenmaier ein. Die endgültige Entscheidung steht noch aus.

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