Finanzen Wäschenbeuren mit Haushalt hochzufrieden

Große Freude im Wäschenbeurer Rathaus: Das Geld sprudelt, im kommenden Jahr will die Gemeinde kräftig investieren.
Große Freude im Wäschenbeurer Rathaus: Das Geld sprudelt, im kommenden Jahr will die Gemeinde kräftig investieren. © Foto: Staufenpress
Wäschenbeuren / Peter Buyer 08.12.2018

Schlaflose Nächte haben Karl Vesenmaier und Steven Hagenlocher nicht. Jedenfalls nicht wegen des Gemeindehaushalts. Bürgermeister und Kämmerer von Wäschenbeuren können sich vielmehr über eine gesunde Gemeinde-Bilanz freuen, die viele andere Kommunen auch gerne hätten. „Ein Jahrhunderthaushalt“, sagt der Schultes. Die Umstellung des Gemeindehaushalts 2019 vom alten Kameral-System auf die Buchführung „Doppik“ hat die Finanzexperten im Rathaus, Hagenlocher und Melina Weber, wenn schon keine schlaflosen Nächte, so doch reichlich Mehrarbeit gebracht. Aber auch nach der Doppik, die der kaufmännischen Buchführung ähnelt, steht der Haushalt 2019 mit einem Ergebnisüberschuss von 615 350 Euro gut da. Die im alten kameralen System wichtige Zuführungsrate an den Vermögenshaushalt gibt es so nicht mehr, sie würde aber rund 1,5 Millionen Euro betragen, mehr als im Haushaltsjahr 2018.

Mit dem Überschuss des 2019-Haushalts und dem bereits vorhandenen Geld hat die Gemeinde reichlich Mittel zur Verfügung, „das ist sehr angenehm“, sagt Vesenmaier. Mit dem Geld haben Verwaltung und Gemeinderat viel vor. Ziemlich genau sieben Millionen Euro sollen 2019 investiert werden.Und alles könne ohne Kreditaufnahme gestemmt werden. „Das hat es in Wäschenbeuren noch nie gegeben“, sagt Vesenmaier, die Gemeinde „ist flüssig“.

Aber auch vorhandene Mittel können Arbeit machen, vor allem die Großprojekte gehen in Wäschenbeuren im kommenden Jahr ins Geld: Allein 1,4 Millionen will die Gemeinde im Kaißer-Areal investieren. Auf dem Streifen zwischen Oberdorf- und Kolpingstraße sollen vier „Kettenhäuser“ genannte Einfamilienhäuser stehen, direkt an der Oberdorfstraße baut die Gemeinde ein dreistöckiges Mehrfamilienhaus mit sechs Wohnungen.

Auch die Sanierung und der Umbau der Staufer-Schule mit dem geplanten Einbau des Kindergartens Regenbogen in den südwestlichen Schulhaustrakt kostet. Hier sollen knapp 1,3 Millionen Euro investiert werden. Die Erschließung des Baugebiets Heubeund IV kostet gut 1,1 Millionen Euro. Trotz der ganzen Ausgaben ist sich Bürgermeister Vesenmaier aber sicher: „Wir agieren sparsam und effektiv.“

Bis 2020 müssen die Gemeinden im Land umstellen

Buchführung Mit der Umstellung auf die doppische Buchführung, kurz Doppik, soll der Blick auf die in der Gemeinde vorhandenen Vermögenswerte und Schulden gestärkt werden, um so die Finanzlage der Gemeinde besser einschätzen zu können. Die Doppik ähnelt dabei der kaufmännischen doppelten Buchführung.

Frist In Baden-Württemberg müssen die rund 1000 Gemeinden spätestens ab 2020 das neue kommunale Haushalts- und Rechnungswesen anwenden. Vor allem die Erfassung und Bewertung des kommunalen Vermögens, von der Gemeindestraße bis zur Straßenlaterne, ist schwierig, denn für vieles gibt es keinen echten Markt.

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