Alles andere als erfreulich fand Imke Widmann aus Börtlingen die Ereignisse, die sich an Heiligabend in der kleinen Schurwaldkommune ereignet haben. Denn dort habe ein angeschossener Fuchs mehrere Stunde lang leiden müssen, bis er erlöst worden sei – und dies, obwohl die zuständigen Jäger schon früh über das verletzte Tier informiert worden seien.

Widmann berichtet, dass sie am 24. Dezember am frühen Nachmittag auf einer Wiese am Wasserturm auf den verletzten Fuchs getroffen sei. „Er wollte weg, konnte aber nicht, weil er eine Schusswunde an der Schulter hatte“, erzählt die 43-Jährige. Auch andere Spaziergänger hätten das angeschossene Tier gesehen. Widmann habe dann Bürgermeister Franz Wenka informiert, damit dieser sich an den Jagdrevierinhaber wende. „Herr Wenka meinte, er habe den Jagdpächter schon morgens deswegen informiert“, sagt Widmann.

Zum Hintergrund: Ein Jäger aus Salach hatte laut übereinstimmender Berichte den Fuchs am 23. Dezember angeschossen. Er habe das angeschossene Tier bis gegen 2 Uhr in der Nacht gesucht, wegen der Dunkelheit aber dann die sogenannte Nachsuche abgebrochen. Dieser Jäger sei allerdings nicht der Jagdpächter aus Börtlingen, sondern habe mit dessen Genehmigung in dem Revier gejagt.

Fuchs soll fünf Stunden gelitten haben

Nachdem Imke Widmann mit dem Bürgermeister gesprochen hatte, habe sie auch mit dem Börtlinger Revierinhaber sowie dem Jäger aus Salach mehrmals telefoniert. Ihr Ziel: das schwerverletzte Tier so schnell wie möglich zu erlösen. Doch dann habe es bis etwa 16.20 Uhr gedauert, bis der Fuchs von dem Jäger aus Salach erlöst worden sei, erzählt Widmann. Sie kritisiert nun, dass der Jagdpächter und der Jäger den Fuchs wissentlich mehrere Stunden lang haben leiden lassen. „Obwohl schon morgens bekannt war, dass das angeschossene Tier gefunden worden ist, ist mehr als fünf Stunden lang nichts passiert“, erklärt die 43-Jährige.

Die Frau wirft den Jägern vor, dass sie sofort morgens hätten auf der „Matte stehen“ müssen, nachdem diese von dem Fund des verletzten Fuchses erfahren hätten. Zudem müssten laut Studien Füchse gar nicht gejagt werden, da sich ihr Bestand natürlich reguliere, sagt Widmann. Daher sei auch Anzeige bei der Polizei wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz gestellt worden. Ein Polizeisprecher bestätigt, dass eine Anzeige vorliege. „Wir ermitteln jetzt“, erklärt der Polizeisprecher.

Auch Bürgermeister Wenka bestätigt, dass er den Jagdpächter aus Börtlingen schon am Morgen des 24. Dezembers über den angeschossenen Fuchs informiert und „dringend gebeten“ habe, sich zu kümmern. Denn der Jagdpächter sei dafür verantwortlich, was sich auf dem von ihm angepachteten Jagdrevier – dem sogenannten Jagdbogen – ereigne.

Der Börtlinger Jagdpächter bestätigt ebenfalls, dass der Salacher Jäger den Fuchs am 23. Dezember angeschossen und die Nachsuche abgebrochen habe. Doch der Salacher habe ihn, den Jagdpächter, am darauffolgenden Morgen über diesen Umstand informiert. Allerdings kommt der Revierinhaber zu einer vollkommen anderen Einschätzung der Ereignisse als Imke Widmann. „Der Jäger hat sich vollkommen korrekt verhalten“, erklärt der Jagdpächter. Der Salacher habe zu ihm gesagt, er als Jagdpächter „brauche nicht raus“, der Jäger kümmere sich selbst um den Fuchs. Allerdings habe es dann einen Wasserschaden bei dem Jäger gegeben, weshalb dieser zunächst verhindert gewesen sei, sagt der Jagdpächter und merkt noch an: „Unser Verhalten war einwandfrei. Optimaler hätte man nicht vorgehen können.“