ISDN Vortrag zum Ende von ISDN kommt gut an

Warum die Telekommunikationsanschlüsse von ISDN auf IP umgestellt werden, erfuhren Unternehmer bei einer Veranstaltung. Die Referentin musste für Offenheit werben.
Warum die Telekommunikationsanschlüsse von ISDN auf IP umgestellt werden, erfuhren Unternehmer bei einer Veranstaltung. Die Referentin musste für Offenheit werben. © Foto: Felix Kästle/dpa
Kreis Göppingen / AXEL RAISCH 13.02.2017

Im Herbst startete die IHK in der Region Stuttgart eine Informationsreihe zur laufenden Umstellung der Telekommunikationsanschlüsse von ISDN auf die digitale Übertragungstechnik IP (Internetprotokoll). Auf der Tour durch die Bezirkskammern der Region machte die vierstündige Veranstaltung als erstes in Göppingen Station.

Mitunter war dabei Grundlagenarbeit gefragt und es musste erst einmal für Offenheit gegenüber dem Thema an sich geworben werden. So kritisierte der Vertreter eines Autohauses die Umstellung an sich: „Warum überhaupt?!“ ISDN funktioniere bestens, und er brauche auch nicht mehr als stabile und gute Telefonverbindungen für den Kundenkontakt.

Die Umstellung kommt, lässt Tanja Laabs, IT-Expertin der IHK Stuttgart dagegen keinen Zweifel: „Bei der Telekom bis 2018, bei Vodafone als letztem Carrier bis 2022“. Die Umstellung privater Anschlüsse erfolge geräuschlos. Wichtig für Unternehmen sei dagegen die frühzeitige Information zum Thema, so Laabs weiter. Nur dann könne der Umstieg so günstig und problemlos wie möglich erfolgen. Von einer Verweigerungshaltung rät sie Firmen ab.

Sie empfiehlt vielmehr die rechtzeitige Kontaktaufnahme zu den entsprechenden Dienstleistern oder der IHK. Denn die Erfahrung zeige, dass gerade kleinere Unternehmen nicht selten erst dann handelten, wenn die Mitteilung über die Umstellung erfolgt sei. „Dann brennt es“, da die Umstellungstermine in der Regel nicht verschiebbar seien.

Damit Firmen nicht diese Bredouille kommen, bemüht sich die IHK um eine Sensibilisierung für das Thema. Die Resonanz gibt den Veranstaltern recht. Der Informationsbedarf scheint groß zu sein, die IHK-Veranstaltung „Das Ende von ISDN: Sind Sie vorbereitet?“ war ausgebucht. Im Zentrum des Interesses habe vor allem „die letzte Meile“, hätten also die Anschlussmöglichkeiten und Anforderungen im Betrieb selbst gestanden, berichtet Tanja Laabs. Dagegen spielte das Thema allgemeine Infrastruktur, der schleppende Ausbau mit Glasfaserleitungen keine Rolle. Sie stellt ebenfalls noch ein Problem im Zusammenhang mit der Umstellung dar, wie die Firma Schmidt & Fuchs vor wenigen Wochen im Gespräch mit der NWZ erklärt hatte.

Bedenken gebe es dagegen oftmals noch hinsichtlich angebundener Komponenten wie Fahrstühlen oder Türanlagen. Diese seien jedoch unbegründet, denn eine Einbindung dieser in das Netzwerk sei problemlos möglich, so Laabs weiter. Man müsse sich bewusst sein, dass es „zukünftig eine reine IP-Welt“ sein werde, die bislang die getrennte Übertragung von Daten und Sprache zusammenbringe, betont die IT-Expertin der IHK.

Nach rund zweistündigen Ausführungen über „Alles, was Sie für den Umstieg wissen müssen“ durch Patrick Müller von der Salacher Firma Heldele, schlossen sich zwei Vorträge zu technischen und rechtlichen Fragen rund um das Thema der Gefahren privater mobiler Endgeräte als Teil der Unternehmens-IT, an. Michael Sopart vom Calwer Beratungsunternehmen menoora Consulting sowie der Stuttgarter Anwalt Dr. Maria José Dreyer erläuterten, wo Risiken bei der Einbindung privater Geräte ins Unternehmensnetzwerk liegen.

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