Kreis Göppingen Vorboten der Baustelle

Die Rodungsarbeiten zwischen der Autobahn und den künftigen Tunnelportalen bei Aichelberg haben begonnen. Bis 2018 werden die beiden Röhren für den Boßlertunnel durch den Berg getrieben. Foto: Staufenpress
Die Rodungsarbeiten zwischen der Autobahn und den künftigen Tunnelportalen bei Aichelberg haben begonnen. Bis 2018 werden die beiden Röhren für den Boßlertunnel durch den Berg getrieben. Foto: Staufenpress
Kreis Göppingen / ARND WOLETZ 08.12.2012
Während über weitere Milliardenkosten für das Bahnprojekt Stuttgart 21 spekuliert wird, sind an der Tunnelbaustelle bei Aichelberg die Vorbereitungen angelaufen. Bis zu 130 Arbeiter werden erwartet.

An der Schnellbahntrasse entlang der Autobahn haben die Arbeiten begonnen. Auf der künftigen Mammut-Baustelle zwischen dem Autobahnanschluss Aichelberg und dem künftigen Tunnelportal des Boßlertunnels sind die ersten Arbeiter angerückt. Sie haben mit den Rodungsarbeiten entlang des Autobahndamms bis hinüber zu den künftigen Einfahrten in die beiden Tunnelröhren begonnen. Während sich die Autobahn den Berg hinaufschlängelt, nehmen die Züge den direkten Weg durch den Hügel: Die Tunnelportale des 8,8 Kilometer langen Boßlertunnels werden gleich südlich der Autobahn in den Berg gegraben. Zwischen dem dafür nötigen Gelände-Einschnitt und der bereits gebauten Eisenbahnbrücke wird ein 300 Meter langer Damm aufgeschüttet, ebenso wie westlich dieser Brücke bis zur Untertunnelung des Autobahnparkplatzes. Mit dem Bau der Dämme wird im kommenden Jahr begonnen. Die beiden Tunnels sollen im Jahr 2018 fertig sein.

Bereits jetzt wird aber die sogenannte "Baustelleneinrichtungsfläche" auf zehn Hektar geebnet. Dort ist unter anderem ein Wohnlager für die 130 Bauarbeiter vorgesehen, die allerdings nicht immer alle in dem Lager übernachten werden. Vorgesehen ist auch eine eigene Fabrikation der betonierten Innenbauteile der Tunnelröhre, sogenannte Tübbings. Wo dieses Tübbingfabrikation eingerichtet wird, sei aber noch nicht endgültig baurechtlich abgestimmt, teilte das Kommunikationsbüro für das Bahnprojekt gestern mit. Die beiden Tunnelröhren werden auf der anderen Seite am Portal Hohenstadt auf die knapp 500 Meter lange Filstalbrücke übergehen und schließlich in den 4,8 Kilometer langen Steinbühltunnel führen. Die Tunnelportale in einem Abstand von 30 Meter werden jeweils knapp zehn Meter breit und knapp acht Meter hoch sein.

Eine weitere Öffnung wird es südwestlich von Gruibingen geben, den "Zwischenangriff Umpfental". Dort sind 1,5 Millionen Kubikmeter Ausbruchmasse vorgesehen. Auf Aichelberger Seite sind es 900 000 Kubikmeter. Für den Abtransport müssen jeweils eigene Logistikstraßen gebaut werden. Am Fuße des Autobahndamms werden die Arbeiter schon bald einen Amphibienschutzzaun bauen.

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