"Wahnsinn!" Der Jubel war groß bei der fast 40-köpfigen Delegation der Kooperationsvereine TSV Bad Boll, GSV Dürnau, TSV Eschenbach und TSV Heiningen. Der Nachhaltigkeitspreis 2014 war nicht das Glück, sondern der Lohn der Tüchtigen. Vor gerade einmal einem Jahr durften sich die vier Kooperationsvereine über den Innovationspreis für Turn- und Sportvereine beim Stuttgarter Sportkongress freuen, wo der Schwäbische Turnerbund, die Sportregion Stuttgart und der Deutsche Turnerbund die gemeinsame Projektarbeit der Voralbvereine als "überragendes Zukunftsmodell" für mittelgroße Sportvereine bewertete, deren Ausstrahlungskraft weit über den organisierten Sport hinaus gehe. Dass die Vereine sich nicht auf den Lorbeeren ausruhten, sondern ihr "Voralbmodell" noch weiter entwickelten, kam bei der Jury an. Der Präsident des Landessportbundes, Klaus Tappeser, bescheinigte der fast 40-köpfigen Delegation der Kooperationsvereine, dass sie als hochverdiente Sieger aus dem landesweit ausgeschriebenen Wettbewerb hervorgegangen seien. Der Applaus des Stiftungsrates, der hochrangigen Verbandsfunktionäre, der Wirtschaftsvertreter sowie der baden-württembergischen Sozialministerin Katrin Altpeter war den Vereinsvertretern sicher.

Besonders beeindruckt habe die Preisjury vor allem auch der Umstand, dass die Voralbvereine trotz der schon vorhandenen Fülle an beispielhaften Aktivitäten ihre Zusammenarbeit kontinuierlich weiter entwickelt hätten und unermüdlich neue Akzente setzten, berichtete Sportverbands-Präsident Tappeser.

In Kooperation versuchen die vier Vereine auf die großen Herausforderungen eine Antwort zu finden, die mit den tiefgreifenden Veränderungen in der Gesellschaft verbunden sind. "Der demographische Wandel und ein sich veränderndes Freizeitverhalten der jungen Leute fordern ein anderes Sportangebot als noch vor Jahren", macht Wolfgang Schubert, Geschäftsstellenleiter des TSV Heiningen deutlich: "Fehlender Nachwuchs im Ehrenamt bei sich ständig erhöhendem Qualitätsdruck auf die Verantwortlichen, schwindende Mitgliederbindung, Konkurrenz durch kommerzielle Sportanbieter, die flächendeckende Einführung der Ganztagesschule und - last but not least - die sich kontinuierlich ändernde Nachfrage nach neuen, flexiblen und zeitgemäßen Sportangeboten sind eine hoch brisante Gemengelage, die immer mehr Vereine in erhebliche Bedrängnis bringt."

Grundidee der Voralbvereine ist es, ihre Vereinsstrukturen Zug um Zug diesen Veränderungen anzupassen sowie durch eine intensive Verbindung des Ehrenamts mit hauptamtlicher Tätigkeit und durch die Bildung von Kooperationsnetzwerken mit Gemeindeverwaltungen, Krankenkassen, Schulen, Kindergärten und sonstigen Institutionen innerhalb und außerhalb des organisierten Sports tragfähige und zukunftsorientierte Lösungen zu finden, die allen nützen. Die Einzelheiten des Konzepts, das in Fachkreisen inzwischen unter der Bezeichnung "Voralbmodell" erhebliche Beachtung gefunden hat, wurde und wird weit über die Landesgrenzen hinaus immer wieder in Vorträgen und Präsentationen auf Vereins-, Verbands- und Kommunalforen vorgestellt.

Ebenfalls an dem Abend vergeben wurde ein Nachhaltigkeits-preis, den die Firma Kärcher für das Sparen von Wasser ausgelobt hatte. Diese Auszeichnung ging an den SV Edelfingen.

Preisträger des Sonderpreises des Sozialministeriums für "Motivations- und Gewinnungsmodelle", die dem Ziel dienen, Jugendliche an die ehrenamtliche Mitarbeit in Sportvereinen heranzuführen, war die SG Schorndorf.