Politik Bundestagswahl: Frauen fühlen Kandidaten auf den Zahn

Kreis Göppingen / Ayca Balci 20.07.2017
Die Bundestagswahl steht vor der Tür. Der Kreisfrauenrat Göppingen und die VHS luden zur ersten Diskussionsrunde mit Bundestagskandidaten ein.

Vor Bundestagswahlen brennen Menschen viele politische Themen unter den Nägeln.  Den Auftakt der Podiumsdiskussionen im Kreis Göppingen machte der Kreisfrauenrat. „Wir Frauen können und müssen auf staatlicher und institutioneller Ebene auf die immer noch ungleichen gesellschaftliche Situation von Frauen Einfluss nehmen“, heißt es im Veranstaltungsflyer. Eine zweistündige Diskussion rund um die Glaubwürdigkeit der Parteien zum Thema Gleichstellung  stand auf der Agenda. Auf dem Podium saßen die Bundestagskandidaten Heike Baehrens (SPD), Dietrich Burchard (Bündnis 90/ Die Grünen), Konstantinos Katevas (Die Linke), Hans-Peter Semmler (FDP), Volker Münz (AfD) sowie Rainer Staib (CDU), der Hermann Färber vertrat.

Seine Zustimmung oder Ablehnung zur Meinung der Kandidaten konnte das Publikum durch grüne und rote Schilder deutlich machen.  Zum Thema Entgelt-Ungleichheit hatte Volker Münz (AfD) eine klare Meinung: „Da werden Äpfel mit Birnen verglichen.“ Das Durchschnittsgehalt einer Frau könne man nicht mit dem eines Mannes vergleichen. Im Publikum wurde energisch mit dem roten Schild gewedelt. Hans-Peter Semmler (FDP) fand hingegen, dass es ein Unding sei, wenn eine Frau für dieselbe Tätigkeit schlechter bezahlt werde. Laut Heike Baehrens (SPD) ist das Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf eine Dauerbaustelle: „Wenn eine Verkäuferin bis 21 Uhr arbeiten muss, ist keine Kita mehr für ihr Kind da.“ Erweiterte Modelle der Ganztagesbetreuung seien daher notwendig. Während für die SPD-Politikerin ein Gesetz zur gerechten Aufstellung zwischen männlichen und weiblichen Abgeordneten als unabdingbar gilt, ist für Münz die Frauen-Quote in der Politik eine „Diskriminierung“. Zwischendurch rief die Moderatorin, Manuela Rukavina, zu einer Assoziationsrunde auf. Zu einem politischen Begriff sollten die sechs Kandidaten höchstens zwei Wörter nennen. Am besten schlug sich hier Heike Baehrens, während ihre Mitstreiter noch Schwierigkeiten hatten, sich an die Spielregeln zu halten.

Am Ende der Diskussionsrunde, die noch weitere Themen zum Inhalt hatte, war Dr. Heide Kottmann, Sprecherin des Kreisfrauenrats Göppingen sehr zufrieden:  „Es freut mich, dass das Thema Gleichstellung in der Politik kein Randthema mehr ist.“

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