Einen stilistisch breit gefächerten Bogen mit dem Debüt der Band „Synthonic Rock Experience“ als Höhepunk spannte der Konzertabend mit dem Akkordeonisten Matthias Matzke, den die VHS Gingen unter dem Titel „Akkordeon von… bis…“ veranstaltet hat. Der Konzerttitel und die Programmgestaltung spiegelten sich sichtbar am Alter der gut 160 Konzertbesucher wider: Von älteren Akkordeonliebhabern bis zu Teenagern und einzelnen Rockmusikfans wurde ein sehr unterschiedliches Klientel auf einen gemeinsamen Nenner gebracht.

Mit Sopranistin und Bewegungskünstlerin Leonie Kratz eröffnete Matzke den Abend unverstärkt und akustisch mit dem „Sandmännchen“ und „Abendsegen“ aus der Oper „Hänsel und Gretel“. Dabei bespielte das Duo den Zuschauerraum auf dem Weg von der hintersten Reihe zur Vorbühne. Die Mozart-Arie „Voi che sapete“ wurde zu einem weiteren Hautnah-Erlebnis für das Publikum, dann erst betraten die beiden die Bühne.

Später wurden die beiden Überraschungsgäste Timmothy Harrison und Anatoli Lick zu einem Highlight der ersten Konzerthälfte: Lick, Matzkes erster Akkordeonlehrer, und Harrison, sein 15-jähriger Youngstar aus Waldhausen bei Lorch, ließen die Finger fliegen und ernteten viel Beifall. Als Appetithappen für die zweite Konzerthälfte kamen die vier Musiker der „Synthonic Rock Experience“ zusammen auf die Bühne und begeisterten mit ihrer Interpretation eines Soundtracks von „Two Steps from Hell“.

Die zweite Konzerthälfte bestritt die „Synthonic Rock Experience“ dann komplett und ließ Ausschnitte aus ihrem Nightwish-Coverprogramm hören. Die Kompositionen der finnischen Symphonic-Metal-Band Nightwish sind den vier Musikern wie auf den Leib geschneidert: Fabian Matzke spielt am Schlagzeug seine Stärken aus und ergänzt die Originale mit Drum-Soli. Fabian Horn an der E-Gitarre und den Backingvocals entpuppt sich als Hingucker des Abends: Der studierte Schauspieler fährt eine ganze Palette an Special-Moves auf, bleibt dabei aber immer glaubhaft und verliert nie das Gefühl für seine Mitmusiker. Die klassisch ausgebildete Stimme von Leonie Kratz liegt lyrisch über dem rockigen Fundament der Band. Matthias Matzke übernimmt auf dem Digitalakkordeon sowohl die Bassstimme, als auch die Orchesterparts und fügt einige Akkordeonpassagen hinzu, die den Synthonic-Band-Sound vom Original unterscheiden. So kommen die Coversongs ganz ohne Playbacks aus und nehmen doch symphonische Züge an. Das Publikum spendete stehende Ovationen.