Benefizkonzert Von der Liebe, den Frauen und dem Küssen

Das Publikum in Bad Überkingen ist hingerissen von dem Feuerwerk der Melodien des Johann-Strauß-Festival-Orchesters. Die Sopranistin Jacqueline Noparstak trägt viele bekannte Melodien vor, gefühlvoll und leidenschaftlich.
Das Publikum in Bad Überkingen ist hingerissen von dem Feuerwerk der Melodien des Johann-Strauß-Festival-Orchesters. Die Sopranistin Jacqueline Noparstak trägt viele bekannte Melodien vor, gefühlvoll und leidenschaftlich. © Foto: Patricia Jeanette Moser
Bad Überkingen / Von Patricia Jeanette Moser 08.01.2018

Im Rhythmus von zwei Jahren gibt das 1995 gegründete Salonorchester den musikalischen Auftakt des Jahres in der Bad Überkinger Autalhalle vor stets großem Publikum. Bereits zum fünften Mal führte das Johann-Strauß-Festival-Orchester das Publikum mit Johann-Strauß-Melodien in das neue Jahr. „Es geht heute Abend vorwiegend um Themen wie Liebe, Frauen und Küssen“, so verriet der Moderator und Kontrabass Jean-Paul Mathé.

Das Publikum lauschte gerne seinen Anekdoten und Geschichten aus der Musikwelt und zauberte eine heitere und lockere Atmosphäre in die Autalhalle. Der erste Teil des Abends widmete sich ganz der Stadt Wien und öffnete sichtlich die Herzen der Zuhörer. Schwungvoll ging es los mit dem „Weibermarsch“ von Franz Lehar, das Stück eröffnete unmittelbar das „Kopfkino“ der Gäste.

Mit einer Polka ging es in den „Krapfenwaldl“ und temporeich präsentierte sich der „Seufzer-Galopp“. Gesanglich klinkte sich die amerikanische Sopranistin Jacqueline Noparstak schon beim zweiten Musikstück ein und bezauberte ihre Zuhörer bereits von diesem Moment an.

Mit „Wien, Wien, nur du allein“ bewies sie gefühlvolle Stimmgewalt. Mit Klassikern wie „Im Prater blühn wieder die Bäume“ von Robert Stolz und „Meine Lippen, die küssen so heiß“ von Franz Lehar, erfreute die Sopranistin das Publikum. Es verfolgte ihren leidenschaftlichen Vortrag aufmerksam und honorierte ihn mit tosendem Applaus.

Der zweite Teil des „musikalischen Feuerwerks“ widmete sich dem Thema „Liebe kennt keine Grenzen“. „Als Jung-Vermählter habe ich noch reichlich über die Frauen gelernt“, sagte Bad Überkingens Bürgermeister Matthias Heim. Zahlreiche Anekdoten und Rätselauflösungen rankten sich um den „Mythos Frau“.  Mit der schwungvollen Polka „Bahn frei“ von Johann Strauß ging es in den zweiten Teil. Zarte Violinen gab es beim „Pizzicato Walzer“ von Carl Millöcker zu hören, von dem auch die Operette der Bettelstudent stammt. Nicht nur hier begeisterten die Violinen in ihrer Zartheit. „Salut d’amor“ des britischen Komponisten Edward Elgar zollte der Liebe musikalisch Respekt. Für seine große Liebe soll er dieses Stück komponiert haben.

Die erste Violine im Orchester, René Kubelik, interpretierte diese musikalische Absicht sehnsuchtsvoll und eindrücklich. „Jetzt wird’s rasant“, so kündigte Moderator und Kontrabass Jean-Paul Mathé den „Csardas“ für Violine von Vittorio Monti an. René Kubelik begeisterte mit einer wahrhaft rasanten Interpretation und riss damit sein Publikum von den Stühlen. Der Nachfahre von Rafael Kubelik zeigte hier eindeutig seine musikalische und familiäre Herkunft. Bereits mit vier Jahren begann seine Ausbildung an der Musikschule in Prag. Professionelle Musiker aus unterschiedlichen baden-württembergischen Orchestern bilden das Johann-Strauß-Festival-Orchester außerdem. Als Zugabe spielte das Orchester zum Abschluss einen „Cancan“. Jacqueline Noparstak steuerte ebenfalls eine Zugabe bei. Sie sang, erneut in berührender Weise, „Summertime“ aus dem Musical „Porgy und Bess“.

Info Die Künstler verzichteten an diesem Abend auf einen Teil ihrer Gage. Die Gemeinde Bad Überkingen stellte die Autalhalle kostenfrei zur Verfügung. Dieser Erlös soll, wie schon in den vergangenen Jahren, die Arbeit der Palliativstation der Alb-Fils-Klinik Geislingen unterstützen.