Gammelshausen Enten geklaut: Von Daisy und Dodo fehlt jede Spur

Vor dem leeren Entenstall: Roger Müller aus Gammelshausen.
Vor dem leeren Entenstall: Roger Müller aus Gammelshausen. © Foto: Jürgen Schäfer
Gammelshausen / Jürgen Schäfer 03.05.2018
Dreister Diebstahl in Gammelshausen: Zwei Enten wurden nachts gekidnappt.

Der Stall ist leer. Von Daisy und Dodo, den stattlichen Pommernenten der Familie Müller in Gammelshausen, fehlt seit Samstag jede Spur. Ausgebüxt können sie nicht sein. Roger Müller fand den Stein, der nachts die Stalltüre blockiert, weggeräumt. Wären die Enten rausmarschiert, wäre er umgestoßen worden.

Um halb zwölf in der Nacht zum Samstag hat der Hausherr seine Lieblinge noch rascheln gehört. Und irgendwann in der Nacht schnatterten sie. Was ganz normal wäre. Aber jetzt deutet Müller das anders. Vielleicht war da die Gefahr im Anzug. Fatal sei, dass sich Enten ruhig verhalten, wenn es ernst wird. „Da sind sie wie in Schockstarre.“ Der oder die Diebe  hatten wohl einfaches Spiel. Keiner hat’s mitgekriegt. Der Hund der Müllers hat nicht angeschlagen. Ein Nachbar, der um halb vier seinen Hund ausführte, hat nichts Verdächtiges bemerkt.

Für die Müllers ein schmerzlicher Verlust. Daisy und Dodo waren Wonneproppen auf zwei Füßen, sie waren sehr menschenbezogen, sagt der Besitzer. „Sie sind im Garten patrouilliert und zu uns gekommen, wenn wir auf der Terrasse waren.“ Da standen sie an einem kleinen Zaun, nicht mal kniehoch, den sie respektierten. Dahinter hatten sie ihr kleines Reich, zwischen Stall und Gartenzaun, da konnten sie gründeln, da hatten sie Sonne, Schatten und auch ein Bassin. Jetzt hängt am Zaun ein trauriges Schild: Dass die Enten gestohlen wurden von „unverschämten und respektlosen“ Dieben. Die Müllers bitten um Hinweise und wollen andere Tierhalter warnen. Sie haben sogar eine Email-Adresse eingerichtet: „enten@clever.de“.

Ein Verlust auch für die Nachbarschaft. Daisy und Dodo waren beliebt, jeder hat sich über die Enten gefreut und ihnen zugeschaut, berichtet Roger Müller. „Spaziergänger sind am Zaun stehen geblieben.“ Es war eine Idylle im Neubaugebiet von Gammelshausen, im Willi-Moll-Weg, am Rand zur offenen Landschaft.

Die Besitzer haben die Polizei eingeschaltet.  Die ermittelt nun und sichert Spuren, sagt eine Polizeisprecherin. Klar ist nur eins: „Alltäglich ist der Fall nicht.“ Über die Motive der Täter wisse man nichts. Auch Roger Müller rätselt. Hat jemand seine Lieblinge zum Züchten gestohlen? „Pommernenten sind selten“, sagt er. Aber so rar auch wieder nicht. Und nicht teuer. Übrigens zählen sie zu den gefährdeten Nutztierrassen. Waren es vielleicht Halbstarke, war’s eine Mutprobe? Das wäre dann eine vorgezogene Mainacht gewesen, am 28. April. Oder ein Tierschutz-Aktivist, der die Enten in die Natur zurückbringen wollte? Die hinterlassen ja normalerweise eine Botschaft, meint Müller.  Wollte jemand durch Raub zu einem Entenbraten kommen? „Im Supermarkt kriegt er den für ein paar Euro“, sagt Müller.

Die Müllers sind durch Zufall zu ihren Enten gekommen. Die damalige Nachhilfelehrerin ihrer Tochter sprach sie an: es gäbe da zwei süße Jungenten, silbergrau und anthrazitfarben. Familie Müller nahm sie gerne auf. Fünf Jahre währte die Freude. Jetzt müssen die Tierfreunde bangen.

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