Süßen Vom Fressen und Gefressen werden

Einen gefährlichen Weg galt es zu begehen. Der Fuchs schaffte das, mit dem Häschen auf dem Kopf.
Einen gefährlichen Weg galt es zu begehen. Der Fuchs schaffte das, mit dem Häschen auf dem Kopf. © Foto: Patricia Moser
Süßen / PATRICIA MOSER 10.09.2016
Am dritten und letzten Tag der Kinderkulturtage in Süßen begeisterte das Theater Pantaleon mit dem Stück „Wenn Fuchs und Hase sich gute Nacht sagen“.

Auch bei schönstem Freibadwetter kamen die jungen Theaterfreunde in die Zehntscheuer. Das Angebot der Stadt Süßen wurde begeistert von den Kindern und ihren Begleitern angenommen. Kindertheater vom Feinsten gab es an drei Tagen in der letzten Ferienwoche zu sehen. Der letzte Tag der Kinderkulturtage Süßen wurde vom Theater Pantaleon bestritten mit dem Stück „Wenn Fuchs und Hase sich gute Nacht sagen“.

Das Theater Pantaleon hat seine Heimat in München und dahinter steckt der Schauspieler, Illusionist und Gitarrist Alexander Baginski. Er spielt seit 30 Jahren auf der Bühne und im Fernsehen mit seinem Theater. Das Stück vom „Fuchs und Hasen“ ist inszeniert auf der Basis des Bilderbuches von Kathrin Schärer. In Sekundenschnelle schlüpft Alexander Baginski in jede Rolle, die im Stück besetzt ist.

So lernten die Kinder einen Forscher kennen, das zauberhafte Häschen Max, das sich im Wald verirrt, einen listigen Fuchs mit einem guten Herzen und einen besorgten Hasen-Papa. Die Kinder in der Zehntscheuer hatten keine Mühe, dem Geschehen zu folgen, auch wenn jede Figur, mit wenigen äußerlichen Änderungen, immer vom gleichen Darsteller verkörpert wurde. Alexander Baginski hatte im wahrsten Sinne des Wortes „alle Hände voll“ zu tun, wenn er das kleine Häschen Max sprechen ließ. Lieb und keck ist dieses Häschen, das  kein bisschen Angst im dunklen Wald hat. Mit einer Fellmütze auf dem Kopf und einem listigen Gesichtsausdruck, oft ins Publikum gerichtet, schlüpfte Baginski in die Rolle des Fuchses.

Ein Zelt in der Mitte der Bühne diente als Schauplatz in unterschiedlicher Weise. Mal war es das Forscherzelt und mal war es der heimatliche Bau der Häschenfamilie. Baginski fesselte sein Publikum von der ersten Sekunde an. Eine kleine technische Panne, wurde von den Kindern als Teil der Dramaturgie empfunden.

Angst und Mut, Ehrlichkeit und List, standen einander gegenüber und konnten von den Kindern gut nachempfunden werden. Als das Häschen Max kurz verschwunden war und der Fuchs es verzweifelt suchte, war aus dem Publikum zu hören: „Der hat dich jetzt schön verarscht.“ Szenen, die sich beim abendlichen Zubettgehen abspielten, wurden so realistisch vom Publikum aufgenommen, dass dieses mehr liegend als sitzend dem Schauspiel folgte. Vereinzelt wurde sogar gegähnt. Begeisterter Applaus belohnte Alexander Baginski am Ende für sein großartiges Spiel. Schweißgebadet und freudig nahm er die Ovationen entgegen. Ein gelungener Abschluss der Kinderkulturtage.