Gussenstadt Voller Energie in die Welt

Betriebsleiter Achim Dombosch präsentiert einen neuen Montageautomaten für Schraubverbinder. Foto: Claudia Burst
Betriebsleiter Achim Dombosch präsentiert einen neuen Montageautomaten für Schraubverbinder. Foto: Claudia Burst
Gussenstadt / CLAUDIA BURST 05.05.2014
Wo Strom fließt, befinden sich "Pfisterer Kontaktsysteme". Auf der Alb in Gussenstadt setzen sich 160 Mitarbeiter im Geschäftsbereich "Komponenten" für den Erfolg des Weltunternehmens ein.

Wenig Menschen haben einen Beruf, der so viel mit Spannung zu tun hat, wie Achim Dombosch. Der Betriebsleiter des Gussenstadter Werks der "Pfisterer Kontaktsysteme GmbH" hat täglich mit Produkten und Komponenten zu tun, die Stromleitungen miteinander verbinden, sie irgendwo anschließen oder sie verzweigen.

In Gussenstadt geschieht dies vor allem im Nieder- und Mittelspannungsbereich für den 400-Volt-Hausanschluss bis hin zu etwa 52 000-Volt-Komponenten für die Industrie. Das Hauptwerk in Winterbach (Remstal) stellt darüber hinaus Anschluss-Systeme für Hochspannungs-Kabel her. Zusammen mit weiteren Produkten aus dem Pfisterer-Konzern ermöglichen sie die Verbindung vom Kraftwerk zum jeweiligen Energieversorger vor Ort. Pfisterer ist damit ein Markenbegriff, dessen "Leistungsportfolio zuverlässigen Stromfluss an den sensiblen Schnittstellen von Energieversorgungsnetzen sicherstellt". So bringt eine Firmenbroschüre ihre Tätigkeit auf den Punkt.

In Gussenstadt werden auf 42 000 Quadratmetern Firmenfläche die "Komponenten" dazu produziert. So lautet der Überbegriff für Schraubverbinder, Erdungs- und Kurzschluss-Garnituren, Spannungsprüfer, Stecksysteme für die Industrie oder Metallteile für Kabelgarnituren, die in Winterbach hergestellt werden.

Die Pfisterer Holding AG ist in allen Branchen vertreten, in denen hohe elektrische Leistung sicher und verlustarm übertragen werden muss: wie bei Freileitungssystemen, Kabelsystemen, Umspannwerken, Fahrleitungssystemen der Bahn oder im wachsenden Feld der "Erneuerbaren Energien", dort vor allem bei der Windkraft und bei Off-Shore-Windparks.

"Weltweit hat Pfisterer acht Fertigungsstandorte. Sehr nah am Markt bleiben - das ist die Firmenpolitik, die zum Erfolg des Unternehmens beiträgt", erklärt Achim Dombosch. 50 Prozent der in Gussenstadt gefertigten Teile sind für den Export bestimmt. "Unsere Komponenten sind überall auf der Welt gefragt, wo Energie benötigt und ausgebaut wird", erläutert der Betriebsleiter.

Gegründet wurde der Konzern mit seinen heute 19 Unternehmen in 19 Ländern vor 93 Jahren (1921) durch Karl Pfisterer in Stuttgart-Untertürkheim. Durch den Zweiten Weltkrieg verschlug es die Firma auf die Alb nach Gussenstadt. Der Sohn, Walter Pfisterer, hatte inzwischen die Geschicke des Betriebes in die Hand genommen. 1981 übernahm dessen Sohn Karl-Heinz Pfisterer die Geschäftsführung und leitete bis 2003 als Vorstandsvorsitzender die Pfisterer Holding AG. Noch heute befindet sich das Unternehmen zu 100 Prozent im Besitz der Familie Pfisterer - Karl-Heinz Pfisterer und seine Nichte Dorothee Staengel befinden sich im Aufsichtsrat der Aktiengesellschaft.

Von den über 1000 Mitarbeitern weltweit arbeiten 160 im Werk in Gussenstadt in der Entwicklung, der Produktion, im Produktmanagement und im Verkauf. "Sie alle kommen hier aus der Gegend. 15 unserer Mitarbeiter sind Auszubildende", informiert Dombosch. Er zählt sechs verschiedene Berufe auf, die die Azubi hier lernen können und erwähnt, dass "in der Regel alle auch übernommen werden". Wichtig sei dem alteingesessenen Betrieb der Bezug zur Region, betont er. Aus diesem Grund sei "Pfisterer" Bildungspartnerschaften mit der Haupt- und der Realschule in Gerstetten eingegangen. "Wir bieten Bewerbertraining, Praktikumsplätze oder stellen die Berufe, die hier gelernt werden können, in den Schulen persönlich vor. So bekommen die Schüler eine konkrete Vorstellung - und wir interessante Bewerber."

Dass Pfisterer auch in Zukunft vorhat, in Deutschland zu produzieren, zeigt das finanzielle Engagement in Gussenstadt. "Allein in den letzten beiden Jahren haben wir fünf Millionen Euro für neue vollautomatische Maschinen und Montageanlagen investiert", erzählt der Betriebsleiter und fügt hinzu: "Das bedeutet bei uns nicht, dass wir im Gegenzug Mitarbeiter einsparen. Wir konnten den Umsatz so steigern, dass wir außer am Wochenende in drei Schichten durcharbeiten. Wir brauchen unsere Leute!"

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