Nahverkehr Visionen einer neuen S-Bahn

raum nicht nur der CDU-Regionalfraktion:  eine umsteigefreie Verbindung aus dem Landkreis Göppingen zum Flughafen.  
raum nicht nur der CDU-Regionalfraktion: eine umsteigefreie Verbindung aus dem Landkreis Göppingen zum Flughafen.   © Foto: dpa
Kreis Göppingne / Von Joa Schmid 02.02.2018
Die Region Stuttgart untersucht mögliche Trassen für eine S-Bahn von den Fildern ins Neckartal.

Spannende Perspektiven auch für den Raum Göppingen“, sieht Dr. Jürgen Wurmtaler in den Bemühungen des Verbands Region Stuttgart, (VRS) eine mögliche  Schienenanbindung des Filderraums in das Neckartal zu untersuchen.  Der Direktor für Wirtschaft und Infrastruktur des VRS sieht darin längerfristig durchaus  auch Chancen  einer besseren verkehrlichen Anbindung des Landkreises Göppingen.   Eine Vollintegration in den Verkehrsverbund Stuttgart könne bei der Durchsetzung Göppinger Interessen durchaus hilfreich sein, spielt Wurmtaler auf die aktuelle Debatte im Landkreis an.

Vorerst geht es der Region jedoch  darum, die beste Verbindung für den S-Bahnverkehr von Neuhausen auf den Fildern ins Neckartal zu finden und die Chance einer neuen Tangentialverbindung im Süden Stuttgarts auszuloten. Damit beschäftigt sich eine 80 000 Euro teure Untersuchung, deren Zwischenergebnisse jetzt im Verkehrsausschuss des Regionalparlaments vorgestellt wurden. Auf Antrag der CDU-Fraktion wird auch eine umsteigefreie Verbindung aus dem Landkreis Göppingen zum Flughafen und zur Messe und damit zum Filderbahnhof geprüft. Konkret geht es um mögliche Streckenverbindungen aus dem Fils- und Neckartal über den Tiefbahnhof, den Filderbahnhof weiter auf die Gäubahn-Strecke in Richtung Süden. Gefragt sind das mögliche Fahrgastaufkommen und die Kosten. Der Landkreis Göppingen sei auf der Schiene nicht optimal an den Flughafen und die Messe angebunden, so die Begründung. „Die Frage ist, wie kommen wir nach Fertigstellung von Stuttgart 21 aus dem Landkreis Göppingen auf die Fildern, ohne durch den Tiefbahnhof fahren zu müssen“,  beschreibt CDU-Regionalrat Jan Tielesch das Ansinnen. In dem Fall brauche man zwingend einen noch zu bauenden Anschluss an die Filderebene auf Markung des Landkreises Esslingen: entweder über die  Neubaustrecke, die direkt zum Filderbahnhof führt oder über eine Fortführung der dann bestehenden S-Bahnlinie 2 über Neuhausen hinaus  ins Neckartal. Interessant für den Landkreis sind  Trassenvarianten, die über einen Ringschluss ins Neckartal auch nach Göppingen führen. Zwei Optionen stehen zur Wahl: Entweder ausgehend vom zukünftigen Endbahnhof der S-Bahnlinie 2 in Neuhausen oder  vom S-Bahn-Halt am Flughafen.  Im letzteren Fall würden die S-Bahnen teilweise auf der Neubaustrecke Stuttgart-Ulm fahren.

Voraussetzung ist der Ausbau zweier Engstellen im Zuge von Stuttgart 21. Konkret geht es um die Wendlinger Kurve, die die Schienen im Neckartal mit der S-21-Neubaustrecke auf den Fildern verknüpft  und um den Abschnitt von Stuttgart-Rohr bis zum Flughafen.

Vom Flughafen aus könnte man über die Neubaustrecke nach Kirchheim/Teck, auf die Neckartalbahn nach Plochingen oder auch über Denkendorf in Richtung Altbach und Plochingen fahren. Gegebenenfalls könnten dann die beiden letztgenannten Varianten weiter nach Göppingen führen. Über Neuhausen ergibt sich eine Möglichkeit durchs Körschtal in Richtung Altbach und dann weiter nach Plochingen. Alternativ käme eine Trasse über Köngen mit Anbindung an die Neckartalbahn in Richtung Nürtingen oder Kirchheim/Teck beziehungsweise Plochingen in Frage. CDU-Regionalrat Tielesch hält diese ersten Überlegungen für „vielversprechend – aber teuer“ Tatsächlich veranschlagt die Region für die Neuhausen-Varianten  570 bis 950 Millionen Euro, für jene entlang der Neubaustrecke Stuttgart-Ulm 210 bis 600 Millionen Euro.  Die  Studie soll auch klären, ob die vorgeschlagenen Strecken wirtschaftlich sind. Man macht jetzt für die verschiedenen Varianten eine Kosten-Nutzen-Rechnung.

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