Industrie Vier Stationen informieren ab jetzt über Filstal-Route

Die Station der "Route der Industriekultur" in Altenstadt: Hinweistafeln an der Raststation für Radler weisen auf die Geschichte des Tälesbahnhofs hin. Über die Tälesbahn wurde 1903 das Obere Filstal infrastrukturell erschlossen. Bis vor wenigen Jahren wurden in Altenstadt noch Güterzüge für die WMF rangiert.
Die Station der "Route der Industriekultur" in Altenstadt: Hinweistafeln an der Raststation für Radler weisen auf die Geschichte des Tälesbahnhofs hin. Über die Tälesbahn wurde 1903 das Obere Filstal infrastrukturell erschlossen. Bis vor wenigen Jahren wurden in Altenstadt noch Güterzüge für die WMF rangiert. © Foto: Rainer Lauschke
Raum Geislingen / KATHRIN BULLING 18.06.2015
Die Route der Industriekultur durchs Filstal nimmt Gestalt an: Heute werden die ersten vier Info-Stationen in Kuchen, Geislingen, Bad Ditzenbach und Plochingen enthüllt. Für Radler gibt's viele Infos zum Filstal.

Zwei Stelen, zwei Bänke und ein paar Fahrradbügel: So sieht die Info-Station der Route der Industriekultur am Geislinger Tälesbahnhof aus. Industriekulturinsel nennen die Macher - die Region Stuttgart und die 16 beteiligten Filstalgemeinden - solche Anlaufstellen entlang der neuen Rad-Route. Sie bieten den Fahrradfahrern nicht nur Gelegenheit zum Durchschnaufen, sondern auch Informationen zur Industrie(-geschichte) eines Ortes. Und weil nicht jede interessante Industriestätte einer Gemeinde direkt an der Route liegt, sollen sie auch Lust auf Entdeckungen abseits des Themenwegs machen. In Geislingen beinhaltet dieser kleine "Schlenker", wie Alwine Aubele von der Stadtverwaltung es nennt, beispielsweise die Straubsche Grabkapelle auf dem Geislinger Friedhof und die MAG.

Neben Geislingen werden heute auch die Info-Stationen in Kuchen, Bad Ditzenbach und Plochingen enthüllt. Die vier Kommunen haben sich besonders schnell für die Teilnahme entschieden und sind so in den Genuss der kompletten Förderung durch den EU-Fördertopf "Value added" gekommen. In den nächsten Jahren sollen weitere Industriekulturinseln folgen, erklärt Silvia Weidenbacher vom Verband Region Stuttgart.

Zu diesen Info-Stationen kommen 20 sogenannte Ankerpunkte, die besondere Orte der Industriekultur wie etwa die WMF oder den Alten Bau in Geislingen vorstellen, aber auch auf weitere touristische Angebote wie Führungen oder gastronomische Angebote hinweisen.

Seit 2013 laufen die Planungen für die Route der Industriekultur. Grundlage für den 70 Kilometer langen Themenradweg zwischen Wiesensteig und Plochingen ist der bestehende Filstal-Radweg. "Das ist keine Museumsroute", betont Silvia Weidenbacher.

Anders als etwa im Ruhrgebiet, in dem die Montanindustrie tatsächlich der Vergangenheit angehöre, sei die Industrie im Filstal nach wie vor Teil der Lebenswirklichkeit. Das wolle man mit dem Themenradweg abbilden.

Erreichen wollen der Verband Region Stuttgart und die Filstalgemeinden vor allem Naherholungssuchende aus der Region. So manches große Unternehmen wie die Göppinger Firma Schuler, die Geislinger WMF oder die SBI-Arbeitersiedlung in Kuchen kennten die meisten schon, meint Silvia Weidenbacher: "Wir wollen mit unseren Infopunkten aber ein bisschen tiefer einsteigen und zeigen, welche wichtigen und interessanten Firmen es im Filstal gab und gibt."

Bis zur Eröffnung des gesamten Themenradwegs am 17. Juli haben die Initiatoren noch einiges zu tun: Der Verband will einen gedruckten Reiseführer zu der Route auflegen, außerdem wird derzeit eine neue Homepage mit einem digitalen Reiseführer und GPS-fähiger Streckenbeschreibung entwickelt. Diese Internetseite wird die bereits bestehende Homepage www.industriekultur-filstal.de ablösen - sämtliche Informationen sowie die dort veröffentlichten, aus der Bevölkerung gesammelten Industriegeschichten würden aber übernommen, verspricht Silvia Weidenbacher.

Für die beteiligten Kommunen sieht sie nur Vorteile, würden diese doch als Teil einer thematischen Freizeitroute wahrgenommen und könnten sich präsentieren.

In der Geislinger Stadtverwaltung sowie in der Erlebnisregion Schwäbischer Albtrauf (ESA) freut man sich über den Startschuss für die Route. "Ich finde es sehr gut, dass wir damit ein Bindeglied zwischen dem Oberen und dem Unteren Filstal haben und die Leute von außerhalb zu uns locken", sagt die Geislinger Sachgebietsleiterin Alwine Aubele. "Auf diese Weise kann man sich schön präsentieren."

ESA-Geschäftsführerin Isabell Noether hält den Info-Mix des Themenradwegs für perfekt. "Es ist toll, dass Geschichte so lebendig gemacht wird", sagt sie und berichtet, dass das Interesse der Gäste an der Route bereits sehr groß sei. In die neueste Radbroschüre des Landratsamtes wird der Themenradweg gleich Eingang finden. Schön wäre da nur noch, meint Noether, wenn der Radwanderbus, der im Juli startet, auch in Geislingen Station machen würde.

Diese Industrieverkehrsinseln werden heute eröffnet

Geislingen Heute um 14.45 Uhr eröffnen der Geislinger Oberbürgermeister Frank Dehmer und die Regionaldirektorin Nicola Schelling die Info-Station am Geislinger Tälesbahnhof. Sie informiert über die Route der Industriekultur und die Entwicklung Geislingens zur Industriestadt.

Bad Ditzenbach Um 16 Uhr folgt die Einweihung der Info-Station mit Bürgermeister Herbert Juhn beim Haus des Gastes.

Kuchen Zeitgleich wird die Info-Station im SBI-Park mit Bürgermeister Bernd Rößner und dem Verbandsvorsitzenden Thomas Bopp eröffnet.

Plochingen Die Info-Station an der Alten Spinnerei wird bereits um 14.30 Uhr eingeweiht.

SWP