Dürnau/Gammelshausen Carola Bär verabschiedet sich

Schulleiterin mit Leib und Seele: Carola Bär hat die Grundschule Dürnau-Gammelshausen geprägt.
Schulleiterin mit Leib und Seele: Carola Bär hat die Grundschule Dürnau-Gammelshausen geprägt. © Foto: Michael Nick
Dürnau/Gammelshausen / Inge Czemmel 04.09.2018
Die Torte mit der Aufschrift „Danke für 18 BÄRenstarke Jahre“ ist verputzt – Carola Bär wurde als Schulleiterin von Dürnau und Gammelshausen verabschiedet.

Wenn am Montag das neue Schuljahr beginnt, wird in der Grundschule Dürnau-Gammelshausen etwas entscheidend anders sein als bisher. Carola Bär, die 18 Jahre lang Schulleiterin war, wird am ersten Schultag nicht mehr da sein. Sie wurde in den Ruhestand verabschiedet.

Bevor sie Schulleiterin wurde, unterrichtete sie zunächst an der Grund- und Hauptschule Heiningen und acht Jahre in Dürnau. „Ich wollte gerne Schule mitentwickeln und gestalten“ erzählt sie, warum sie sich für die vakante Stelle bewarb. „Hans Wimmer und Marietta Arndt hatten mir mit ihrer strukturierten und doch innovativen Art sehr imponiert. So wollte ich es auch machen.“ Vorausschauen, was die Kinder und Kollegen brauchen, Prozesse mit alle Beteiligten diskutieren, mit Träger, Eltern, Studierenden, Schulamt, Lernpaten, Jugendbegleitern und vielen anderen Menschen zusammen arbeiten, Vernetzungen auch über die Schulamtsbezirke schaffen – auf Bär kamen jede Menge Aufgaben zu, die weit über das Unterrichten hinaus gingen.

Ein großes Thema war auch immer wieder die Schulgebäudeentwicklung. Es entstanden die Mensa, ein Bücherei- und Medienraum, ein Werkraum und ein kindgerechter Schulhof mit vielen Spielmöglichkeiten. „Die Gemeinden haben mich immer in die Planungen einbezogen“, berichtet Carola Bär und lobt insgesamt die gute Zusammenarbeit mit der Verwaltung des Schul- und Kindergartenverbands Dürnau-Gammelshausen. „Ich fühlte mich immer wertgeschätzt.“ Die Schule erhalte viel Unterstützung von außen, habe sich aber auch entsprechend ins Gemeindeleben eingebracht. „Dorffest, Ausstellungen im Rathaus, Einweihung des Spruchwegs, Teilnahme am Künstler- und Bauernmarkt oder bei ‚Unser Dorf hat Zukunft‘“, zählt Carola Bär ein paar Beispiele auf.

In den 18 Jahren hat sie gesellschaftliche Veränderungen, sowie jede Menge an „bildungspolitischen Modellen“ miterlebt. „Sie boten manchmal mehr, manchmal weniger Freiheiten“, erklärt die scheidende Schulleiterin, die immer gemeinsam mit dem Kollegium entschied, welche Schwerpunkte gesetzt werden.„Die Einführung der Ganztagesschule war schon eine große Herausforderung“, gesteht Carola Bär. „Die Verwaltungsarbeit hat sich für mich gefühlsmäßig verdoppelt. Früher hatte jede Klasse einen Stundenplan, heute hat jedes Kind einen eigenen Plan. 16 Zusatzangebote, das Mittagsband und Lernzeiten kamen zum Unterricht hinzu. Interessant, aber auch schön war es für mich, die Kollegen und die Kinder, sich durch diese Veränderung noch mehr über die Klassengemeinschaft hinaus, als Schulgemeinschaft zu erleben.“

Großer Wert wurde darauf gelegt, den Kindern ein breites Freizeitangebot zu bieten. An diversen Sportangeboten, am Chor oder Theaterspiel können alle teilnehmen, für die Ganztageskinder gibt es zusätzliche Werk-, Kreativ- und Musik- und Sprachangebote.

Ob es nicht ein komisches Gefühl sei, nicht mehr in die Schule gehen zu dürfen, beantwortet Carola Bär so: „Bis jetzt fühlt es sich noch an wie Urlaub, aber wahrscheinlich wird der schmerzhafte Teil noch kommen. Man lässt ja vieles zurück, für das man sich engagiert hat.“

Engagiert hat sich Carola Bär bis zum Schluss. Sie hat es nicht „auslaufen“ lassen, sondern übergibt der Nachfolgerin ein wohlbestelltes Haus samt fertigem Stundenplan. „Die liebevoll gestaltete, wertschätzende Verabschiedung hat mich sehr gefreut und berührt“, erzählt Carola Bär. „Da haben sich Kollegen, Eltern und Verwaltung offensichtlich viele Gedanken gemacht.“

Das von Kollegin Claudia Leier eigens für sie geschriebene und von den Kindern vorgeführte Theaterstück „Hilfe ich bin im falschen Film“, hat Carola Bär sehr bewegt. „Überhaupt haben mich Theaterprojekte jedes Mal von neuem beeindruckt“, verrät sie. „Da passiert mit den Kindern nämlich etwas ganz Einmaliges. Es treten Fähigkeiten zutage, die den Kindern ein ganz neues Selbstbewusstsein vermitteln.“

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