Freude, dass es ein Stück weitergeht: Landrat Edgar Wolff zeigte sich am Mittwoch dankbar, dass der Bund die Gelder für den Weiterbau bis Gingen-Ost bewilligt hat und der Durchstich der B 466 bei Süßen Richtung Donzdorf bis Sommer 2017 geschafft sein soll. Die Baustellenbesichtigung zeige, so die CDU-Landtagsabgeordnete Nicole Razavi, dass der Kreis echten Nachholbedarf habe, auf der Straße wie auf der Schiene. Landesweit sei mit 14 Baumaßnahmen des Bundes ein Riesendurchbruch erzielt worden, sagte die verkehrspolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion. Auch Landesverkehrsminister Winfried Hermann sieht das Land diesmal überdurchschnittlich vom Bund bedacht, und der Kreis Göppingen habe zuletzt neben Böblingen die meisten Mittel bekommen. Zuvor habe man zu wenig Freigaben bekommen. "Wir hätten einiges früher anfangen können."

Was damit gemeint war: Die Baustellen der B 466 und der B 10 am Schnittpunkt Süßen sind zeitlich auseinandergedriftet. "Wir werden nicht alle Erdmassen vom Einschnitt der B 466 an der B 10 einbauen können", erläuterte Klaus Ullrich vom Baureferat Süd des Regierungspräsidiums in Göppingen.

Der Landrat sah alle Teilnehmer der Baustellentour als Unterstützer für das Anliegen, den Weiterbau der B 10 zu forcieren. Für 23 Kilometer bestehende Strecke habe man 23 Jahre gebraucht. "Wir wären dankbar, wenn wir die elf Kilometer bis Geislingen-Ost in zehn Jahren bekommen". Das würde zigtausende Anwohner entlasten, es sei nötig für die Anwerbung von Fachkräften und städtebaulich wertvoll. Der Landtagsabgeordnete Jörg Matthias Fritz (Grüne) nannte Göppingen den einzigen Kreis in der Region, der bei fast allen Strukturdaten unter dem Landesdurchschnitt liege. "Das hat mit der Infrastruktur zu tun." Regierungspräsident Johannes Schmalzl berichtete, dass aktuell Unterlagen für den Weiterbau an das Bundesverkehrsministerium weitergereicht worden seien. Hermann sieht die B 10 als "wichtige Regionalachse".

Bei der A 8 sieht der Verkehrsminister noch keinen Durchbruch. Er werde mindestens 500 Millionen kosten, eher 600 oder auch 700 Millionen. Parteipolitische Hakeleien klangen auch an. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Hermann Färber mochte nicht erörtern, "wer wo was wann blockiert hat." Daraufhin appellierte Heike Baehrens (SPD) an alle Beteiligten, an einem Strang zu ziehen und "Nicklichkeiten" zu unterlassen. Es gehe um den Weiterbau der B 10 bis Geislingen möglichst im Zeitraum von zehn Jahren. Dazu Färber: "Ihr Wort in Gottes Ohr."

Was die Baustellenbesucher auf ihrer jährlichen Tour in Lauterstein erfuhren: So schön es sei, wenn die B 466 künftig Süßen umfahre, aber das schlage dann in Lauterstein auf, betonte Bürgermeister Michael Lenz. "Bei uns kommt das Nadelöhr." Er erwartet auch mehr Verkehr. Dem Regierungspräsidium gab er mit auf den Weg, dass man den Lkw-Zufluss über die Nebenstrecke Degenfeld-Schwäbisch Gmünd stoppen könne. "Da kommt viel." Im Vordergrund steht anderes. Heute beginnt die Sperrung für den Neubau der Lauterbrücke in Nenningen, bis zum 12. September müssen sich auch die Schwertransporte bis zu 290 Tonnen andere Wege suchen.

Info: Einen Filmbeitrag über den Besuch des Verkehrsministers Winfried Hermann inklusive Luftaufnahmen von der Baustelle der Umfahrung Süßen (B 466) gibt es im Internet unter www.filstalwelle.de