Schlat / Inge Czemmel

Wer braut den besten Most? Dieser Frage galt es bei der 11. Schlater Mostprämierung im Blockhaus zu klären. Nachdem die Mostprobe im vergangenen Jahr wegen der schlechten Ernte 2017 ausfiel, war die Vorfreude diesmal besonders groß. Tobias Hösch, Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins Schlat, konnte 34  Möste entgegen nehmen, die von einer hochkarätigen Jury nach Farbe, Geruch, Bukett, Geschmack und Aroma verkostet und bewertet wurden. Codiert und anonymisiert versteht sich.

Während sich die stellvertretende Kreisvorsitzende der Landfrauen, Berta Kälberer, die Weinerlebnisführerin Jutta Schreiber, der ehemalige Qualitätsweinprüfer Klaus Hebeiß, Walter Glaser, Hans Molter und Ernst Mühlhäuser in einem Nebengebäude ihre Punkte verteilten, breitete sich bei den aufs Ergebnis wartenden Mostbrauern launige Stimmung aus. Gemütlich vespern, zur Musik von Willy Zobl schunkeln und ein bisschen mitsingen, da verging die Zeit wie im Fluge.

„Viele trübe Möste“, stellte die Jury derweil bei der Begutachtung der ihnen eingeschenkten Tropfen statt. „Es war ein heißer Sommer und es fehlt die Säure“, erklärte Urgestein Ernst Mühlhäuser, der bereits zum 11. Mal Jurymitglied war. Was nicht heißen muss, dass ein trüber Most schlechter schmecken muss, als ein goldgelber klarer. Auch beim Most sind Äußerlichkeiten nicht alles. Dafür gibt es maximal vier Punkte, für Geschmack und Aroma hingegen acht. „Der riecht nach Uhu“ oder „der isch grad zum Nausleera“ – die Jury urteilte mehr als einmal hart und scharfzüngig und freute sich „da spülen wir jetzt nicht“, wenn „Gott sei Dank zwischen drin mal eine Guter“ kam. Einer mit dem berühmt berüchtigten „Schwänzle“. „Des isch wie wenn oim a Engele über’d Zong soicht“, versuchte sich Hans Molter an einer Erklärung, des Schwänzlesphänomens, das einen guten Most auszeichnet.

Nachdem die punktemäßig nah beieinander liegenden zehn besten Möste auserkoren waren, startete die Jury die Platzierungsrunde. Nicht ohne den Appell an die Bevölkerung, mehr Most zu trinken, das trage zur Erhaltung der landschaftstypischen Streuobstwiesen bei. Zum besten Most kürte die Jury den von Michael Gabriel aus Notzingen. In der Rangliste folgen die Erzeugnisse von Karl Hösch aus Schlat, Joachim Reuter aus Dürnau, Wolfgang Seitz aus Unterböhringen und Klaus Peter Schmid aus Süßen.