Bad Boll Viele Räder leiden an Luftnot

Schulleiter Thomas Schnell (links), Eberhard Binder und Viola Metschies (rechts) überprüfen das Fahrrad.
Schulleiter Thomas Schnell (links), Eberhard Binder und Viola Metschies (rechts) überprüfen das Fahrrad. © Foto: Sabine Ackermann
SABINE ACKERMANN 17.11.2015
Läuft! Aber wie sieht's mit Bremsen, Licht und Reflektoren aus? In der Gemeinschaftsschule Bad Boll gab es einen kostenlosen Rad-Check in Zusammenarbeit mit der Wala und des Fahrradladens Binder.

"Ein bissle verwohnt ist dein Fahrrad schon", scherzt Eberhard Binder vom gleichnamigen Fahrradladen in Zell u.A.. Der Experte nimmt besagten Drahtesel genauer unter die Lupe. "Ja, i woiß scho", holt Besitzer Simon unaufgefordert das "Anklipp-Lichtset" für sein Mountainbike cool aus der Tasche. Der Achtjährige ist da nicht allein. Beleuchtung und Rückstrahler glänzen oft mit Abwesenheit an den Rädern.

Mit ein Grund, warum Gemeinschaftsschulrektor Thomas Schnell in Zusammenarbeit mit den Fahrradbeauftragten der Wala Heilmittel sowie Eberhard Binder einen kostenlosen Rad-Check an der Schule anbietet. "Der sichere Weg unserer Schüler in die Schule ist uns ein großes Anliegen", unterstreicht der Pädagoge.

Nach dem Bussicherheitstraining für die neuen Fünfer stehen nun die Radler im Fokus. Die neunjährige Lilly hat ein vorschriftsmäßiges Fahrrad, alle Rückstrahler sind vorhanden, die Klingel funktioniert und die Bremsen sehen auch noch gut aus. Anders bei der gleichaltrigen Sophie. Licht- und bremsentechnisch sei alles okay, aber die Reifen haben zu wenig Luft. "Das erlebe ich oft. Fährt man mit wenig Luft im Schlauch zum Beispiel über eine Bordsteinkante, kann der Reifen dabei so stark eingedrückt werden, dass die Felgenränder den Schlauch durchschlagen", sagt der Experte und empfiehlt, alle zwei Wochen die Luft zu prüfen.

Damit es gar nicht erst zu einem Plattfuß kommt, gibt es an der schuleigenen Bike-Station nicht nur eine Luftpumpe, sondern auch ein Reparaturset. "Tipi Topi", lobt Viola Metschies den Drahtesel von Julie. Wie neu steht ihr schwarzes, mit grünen Aufklebern verziertes Fahrrad da. "Ich fahre möglichst nicht durch den Dreck und wenn es doch schmutzig ist, putzt es Papa", verrät die Zehnjährige, deren Reifen allerdings auch an Luftnot leiden.

Über 30 Schüler haben ihr Bike überprüfen lassen und je nachdem einen Mängelbescheid über Kette, Bremsen, Schaltung, abgefahrenerer Mantel, Scheinwerfer, Reflektoren, Glocke und Speichen mit nach Hause bekommen. Kaum ein Rad, an dem Clarissa Bay sowie Viola Metschies nichts anzukreuzen hatten. "Anhand dieser Liste können die Eltern die Mängel selbst beheben oder fachgerecht reparieren lassen", betonen die beiden Fahrradbeauftragten der Wala, die auch die Aktion sponserte. Kleinstreparaturen erledigte Eberhard Binder gleich.