Adelberg Viel los beim Adelberger Eselfest

Adelberg / Martina Kallenberg 20.08.2018
Beim Eselfest beweisen sich Grautiere im Hindernisparcours. Zahlreiche Eselfans sind dabei.

In der Zachersmühle hat am Wochenende zum achten Mal das Eselfest stattgefunden. Gäste sind herzlich willkommen, doch im Fokus stehen die Langohren. Während am Samstag die Eselsegnung mit Gottesdienst im Kloster Adelberg stattfand, stand der Sonntag unter einem viel geschäftigeren Motto: Esel und ihre Besitzer bewiesen sich in verschiedenen Disziplinen.

Die Wiese zieht sich hinter der Zachersmühle am Waldrand entlang,. Hier wie schon bei der Anfahrt sind Helfer unterwegs, weisen ein und geben Auskunft. Ein Parcours für den Geschicklichkeitswettbewerb ist aufgebaut, Stühle sind verteilt. Aus den Lautsprechern klingen Ansagen oder Musik. An Buden kann man sich mit Eselsouveniers eindecken, und weiter hinten finden sich die Gast­esel. Sogar aus Augsburg sind sie angereist, mindestens zu zweit, denn Esel brauchen Gesellschaft. Auf einer Wiese stehen die Anhänger, und kleine Koppeln für die Langohren sind abgezäunt.

Zwischen Geländeparcours, Schönheits- und Geschicklichkeitswettbewerben oder Teamsprints müssen sich Franzi, Paula oder Karamel ausruhen und am Gras knabbern. Die Begleitpersonen freuen sich auch über die Schattenpausen und genießen die familiäre Atmosphäre. Nina und Kati sind mit ihren Eseldamen Angus (20 Jahre) und Maja (10) bereits zum dritten Mal beim Eselfest. Aus Aalen angereist, finden sie es herrlich, mit ihren Zwergeseln den Geländeparcours zu bestreiten „da sind die Esel motiviert, und es ist schön, zu sehen, wie die Esel sich entwickeln. Wir trainieren einmal die Woche für das Event“ lacht Nina.

Wenn ein Esel Vertrauen in seine „Führungskraft“ hat, dann geht er steile Abhänge hinauf, quetscht sich durch Engstellen, läuft durch Tunnel und – die große Herausforderung – springt über einen Wassergraben. Das Möhrenmobile im Wald ist dann schon nebensächlich. Irina Steinle passt auf, dass die Esel brav in der Spur bleiben, sonst gibt es Abzüge – heute haben alle ihre fünf Punkte abgeholt. „Nicht alle Esel machen bei allem mit“, erklärt sie. Hier wird auf die Esel Rücksicht genommen, und wenn Bruncher, der Esel mit der Startnummer 17, beim Parcours weder über den Wassergraben noch über die Wippe will, dann kann auch seine Begleiterin nichts dagegen machen. Gnädig steigt er dafür über das Hindernis. „Konrad hat heute nicht seinen besten Tag erwischt, er ist ein bisschen erschöpft von den letzten Wochen“, erzählt die Besitzerin. Aber bisher hat er alles brav mitgemacht. In der Zachersmühle tummeln sich Zwerg- und Hausesel in grau, braun, schwarz, weiß und allen Schattierungen. Genauso bunt wie die Vierbeiner, sind ihre zweibeinigen Begleiter, junge Schülerinnen und Schüler bis hin zu weißhaarigen Erwachsenen freuen sich über den Eselaustausch. Für das Showprogramm werden die Esel auch mal im Westernlook oder der alten Arbeitstracht ihrer Urahnen ausstaffiert.

„Bei den Eseln schau ich sehr gerne zu, man sieht sehr gut, wie die Esel ihren Bezugspersonen vertrauen oder auch ihren eigenen Kopf durchsetzen“, erzählt Tierarzt Michael Zender, „beim Esel kommt es neben Vertrauen auch darauf an, wie man mit ihm umgeht und auf Übung, es sind sehr vielseitige Tiere“.

Viele Familien besuchen das Eselfest. Kinder fühlen sich zu den Tieren hingezogen, sie strahlen eine Ruhe aus, und wenn sie etwas als nicht gut für sich empfinden, dann blockieren sie. Der Mensch kann noch viel von Eseln lernen – sie spiegeln das Verhalten wider. Zender findet, „es ist außergewöhnlich, hier zuzuschauen. Erstaunlich, was die Esel alles können und mitmachen, es macht Freude“.

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