Der Vereinsvorsitzende Ralf Schwantzer erinnerte sich an die ersten Erfahrungen, die er als jugendlicher Musikant in den Siebzigerjahren im Verein gesammelt hatte. Als er nach zwei Jahren lieber Fußball spielen als musizieren wollte, habe sein Vater gemeint: „Jetzt hab ich dir die Trompete gekauft und du hörst einfach auf, deine Kickschuh zahlst du jetzt aber selber“, erzählt der Noch-Vorsitzende schmunzelnd, bevor er auf die Historie des Musikvereins Heiningen-Eschenbach eingeht. Vor allem das neue Zuhause des Vereins, das Vereinsheim in der Mühlstraße, sei ein Meilenstein in seiner Zeit als Vereinsvorsitzender gewesen. Jahrelang habe man dafür gekämpft, dass die Musiker einen eigenen Probenraum bekommen. Schriftführerin Corinna Ziegelin, die schlagfertig und mit Wortwitz durch das musikalische Programm führte, ist über den Raum genauso froh, sei dadurch doch garantiert, dass man die erfolgreiche Jugendarbeit sogar noch ausbauen könnte: „Und die langen Arbeitswochenenden auf der Baustelle haben die Vereinskameraden noch enger zusammengeschweißt.“

Der stellvertretende Landrat Jochen Heinz lobte die Vereinsarbeit als wichtiges Element einer funktionierenden Gesellschaft, leider habe er vom Landkreis nur ein „bescheidenes Geschenk“ dabei, Corinna Ziegelin erwiderte spontan, dass die Redner ja auch nur „einen Sixpack des Jubiläumsbieres“ bekämen. Die beiden Bürgermeister Norbert Aufrecht und Thomas Schubert indes hatten sich die Aufgaben geteilt: Aufrecht übernahm den Gesprächspart und erzählte launige Anekdoten aus der Vereinshistorie, während Schubert das Geschenk überreichte. Letzterer konnte sich einen kleinen Seitenhieb in Richtung Heinz nicht verkneifen: „Es ist nicht so schlimm, dass Sie nur ein kleines Geschenk mitgebracht haben, wir zahlen das durch die Kreisumlage quasi sowieso selbst.“ Beide Rathauschefs freuten sich aber, dass nach einigen Tiefschlägen aus dem Musikverein Heiningen-Eschenbach eine richtige Erfolgsgeschichte geworden sei.

Der Kreisverbandsvorsitzende Roland Ströhm hatte eine besondere Ehrung im Gepäck: Für 50 Jahre aktive Mitgliedschaft ehrte er Gründungsmitglied Karl Maier mit der Goldenen Ehrennadel mit Diamant. Für aktive Mitgliedschaft geehrt wurden Kathrin Epple (30 Jahre) und Monika Liebel (20 Jahre). Eine Auszeichnung als passive Mitglieder erhielten Gisela Schoppa, Maria Böttcher und Günther Kauderer (alle 50 Jahre), Hans Mönchenberg (40 Jahre) und Werner Harscher (30 Jahre).

Der Landtagsabgeordnete Alexander Maier (Grüne) überbrachte Grüße von Landesvater Winfried Kretschmann und freute sich, dass engagierte Vereinsarbeit in Heiningen und Eschenbach – gerade angesichts einer durchökonomisierten Gesellschaft – nicht als lästige Pflicht, sondern als Bereicherung empfunden werde, ein Geschenk habe er leider nicht dabei: „S´Land gibt nix, aber den Sixpack würde ich trotzdem gerne mitnehmen.“ Im Anschluss ernannte Ralf Schwantzer den 2014 verstorbenen Dirigenten Klaus Biedlingmaier zum Ehrendirigenten, die Urkunde nahm dessen Bruder Andreas Biedlingmaier entgegen.

Im Juni gibt es ein großes Fest


Feiern Ein „rauschendes Festwochenende“ gibt es vom 28. bis zum 30. Juni 2019 in der Voralbhalle. Am Freitag gastiert ab 20 Uhr das Orchester „Vlado Kumpan und seine Musikanten“ mit  ausgefeilter böhmisch-mährischer Blasmusik in Heiningen, am Samstag können sich die Besucher auf einen „Dorfrausch mit den Partyfürsten“ freuen, die das Publikum mit einer Musik- und Lichtshow unterhalten und am Sonntag gibt es um 10.30 Uhr zuerst einen Festgottesdienst, bevor das Filstal-Musikerringtreffen stattfindet.

Vorverkauf Karten gibt es in Heiningen bei „Bürobedarf Binkert“, im „Staren Kebab“ und unter www.mv-heiningen-eschenbach.com.