Kreis Göppingen Landkreis von Schweinepest noch verschont

Die Afrikanische Schweinepest wird zunehmend zum Problem. Wild- und Hausschweine im Kreis Göppingen sind nicht betroffen. Damit das so bleibt, sollen Bürger Regeln einhalten. 
Die Afrikanische Schweinepest wird zunehmend zum Problem. Wild- und Hausschweine im Kreis Göppingen sind nicht betroffen. Damit das so bleibt, sollen Bürger Regeln einhalten.  © Foto: Gregor Fischer/dpa
Kreis Göppingen / SWP 04.12.2018
Die Afrikanische Schweinepest ist weiter auf dem Vormarsch. Im Kreis Göppingen wurde noch kein Fall gemeldet. Das Landratsamt bittet darum, einige Regeln zu beachten.

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) treibt auch den Landkreis Göppingen um. Sie ist eine ausschließlich bei Schweinen vorkommende, gefährliche Viruserkrankung, die sich seit einigen Jahren in Osteuropa ausbreitet und auch Haus- und Wildschweine in Deutschland bedroht. Inzwischen ist ASP nur noch etwa 60 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt und verbreitet sich weiter.

Nach Angaben des Veterinäramts bestehe stets die Gefahr, dass die ASP aufgrund des hohen Infektionsdruckes und illegalen Entsorgens von kontaminierten Lebensmitteln (beispielsweise Schinken, Salami) durch Fahrzeuge oder Personen auch nach Deutschland verschleppt wird.

„Wurstbrotseuche“ grassiert

Ein hohes Risiko geht von Reisenden aus, die Fleisch und Wurst aus Seuchengebieten illegal nach Deutschland bringen. Für den Ausbruch reicht ein einzelnes verseuchtes Wurstbrot, das am Autobahnrastplatz weggeworfen wird, und von Wildschweinen gefressen wird. Daher wird die Schweinepest auch als „Wurstbrotseuche” bezeichnet.

Sollte das Virus in der hiesigen Wild- und/oder Hausschweinepopulation auftreten, hätte das umfangreiche staatliche Bekämpfungsmaßnahmen zur Folge und würde neben dem damit verbundenen Tierleid unter anderem erhebliche wirtschaftliche Schäden für die schweinehaltenden Betriebe mit sich bringen, teilt das Veterinäramt mit.

Jäger nehmen Proben

Die bisherigen Erfahrungen in den  betroffenen Ländern haben nach Angaben des Veterinäramts gezeigt, dass die Bekämpfung der ASP bei Wildschweinen sehr aufwendig und langwierig ist. Umso wichtiger seien Präventionsmaßnahmen und die früh­zeitige Erkennung eines Falls. Die Jägerschaft des Landkreises leiste ihrerseits schon seit längerer Zeit einen wichtigen Beitrag zur Prävention, indem sie das Schwarzwild jagt und Proben nimmt. Das vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz für den Landkreis Göppingen vorgegebene Soll von 66 Proben für das Jahr 2018 war am 31.Oktober für das laufende Jahr mit 173 Proben bereits weit übererfüllt.

Schweinehalter persönlich angeschrieben

In einer breit angelegten Informationskampagne hat das Veterinäramt Göppingen im Oktober alle Schweinehalter im Landkreis persönlich angeschrieben und zu verstärkten Hygienemaßnahmen aufgerufen. Am vergangenen Mittwoch fand in Gruibingen ergänzend eine gemeinsame Informationsveranstaltung der Veterinär- und Landwirtschaftsämter Esslingen und Göppingen für die Schweinehalter beider Landkreise statt.

Neben der Jägerschaft und den Nutztierhaltern kann auch die Bevölkerung wesentlich dazu beitragen, die weitere Ausbreitung der Tiersuche zu verhindern.

Speisereste nur in verschlossenen Eimern entsorgen

Tipps Das Veterinäramt Göppingen bittet alle Bürger im Landkreis um Beachtung folgender Verhaltensregeln:
Speisereste sollen nur in verschlossenen Müllbehältern entsorgt werden. Wer in Wald und Flur ein verendetes Wildschwein findet, sollte den Kadaver nicht berühren, sich den Fundort einprägen und dem zuständigen Veterinäramt Göppingen, Tel. (07161) 2025401, melden. Sollte das Amt nicht erreichbar sein, muss der Fund der Polizei gemeldet werden.
Schweineställe dürfen von Unbefugten nicht betreten werden.

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