Amstetten Verwirrende Zahlen

Amstetten / THOMAS HEHN 30.04.2014
Die auf 2,3 Millionen Euro veranschlagte Sanierung der Aurainhalle wird teurer als geplant. Dass man nicht weiß, ob es "nur" 300 000 Euro oder 600 000 - oder gar noch mehr sind, sorgt für weiteren Unmut.

"300 000 Euro mehr, bevor der erste Nagel reingeschlagen wurde - das ist schon unerfreulich." Hermann Eberhardt machte keinen Hehl aus seinem Unmut, als Architekt Alexander Geis dem Amstetter Gemeinderat am Montag eine aktualisierte Kostenberechnung zur Sanierung der Aurainhalle vorlegte. Die Ergebnisse der detaillierten Werkplanung durch die Fachbüros hatten ergeben, dass Modernisierung und Erweiterung der Sporthalle um 300 000 Euro teurer würden, erläuterte Geis.

Allein 158 000 Euro der zusätzlichen Kosten entfallen auf die Elektroarbeiten. So hat eine Überprüfung ergeben, dass die Notbeleuchtung der Halle zwar Bestandschutz hat, bei einer Erweiterung (wie dem geplanten Tribünenanbau) aber nach den heutigen Vorschriften umgerüstet werden muss, was 48 000 Euro kosten wird. Darüber hinaus schlägt der Vorschlag, zur Verbesserung der Energieeffinzienz die gesamte Beleuchtung auszuwechseln, mit 45 000 Euro zu Buche. Bei Heizung (+16 000 Euro) und Sanitär (+31 000 Euro) kommen die Fachbüros ebenfalls auf deutlich höhere Kosten als Architekt Geis.

Im Gremium wollte man das "nicht einfach klaglos hinnehmen", wie Eberhardt betonte. Den Vorschlag der Verwaltung, die geplanten Umbauten in der Kirchgasse 10 in Amstetten-Dorf sowie des alten Reuttier Schul- und Rathauses zu verschieben, um die Mehrkosten aufzufangen, erteilte der FUG-Sprecher eine klare Absage: "Das werden wir nicht akzeptieren." Stattdessen sollten sich "Verwaltung und Architekt jetzt im stillen Kämmerlein Gedanken machen", wo man an der Halle sparen könne. So sei der zum Austausch vorgesehene Hallenboden "so schlecht nun auch wieder nicht, dass man ihn nicht doch noch hinüberretten könnte. Allein damit könne man über 100 000 Euro sparen, meint Eberhardt.

Den Erhalt des Bodens habe die BNL von Anfang an vorgeschlagen. "Damals sind wir für unsere Sparvorschläge belächelt worden", stellte Hermann Vogel auf Eberhardts Anregung hin süffisant fest. Vogels Fraktionskollege Walter Sigloch kritisierte die insgesamt verwirrenden Zahlen: Im Etat seien 2,16 Millionen Euro für die Sanierung eingestellt, in den Berechnungen des Architekten zunächst 2,29 Millionen, dann 2,8 Millionen. Vergleiche man die Zahlen im Etat und die des Architekten, komme man nicht auf 300 000, sondern 600 000 Euro Kostensteigerung: "Was stimmt denn jetzt und was kommt sonst noch Unvorhergesehenes?", forderte Sigloch Aufklärung.

Er habe bereits Zuschüsse und Vorsteuerabzug eingerechnet, erläuterte darauf Kämmerer Karlheinz Beutel. Seine Kalkulation beinhalte die reinen Baukosten, ergänzte der Architekt. Da das "Kommunikationsproblem" (Beutel) zwischen Kämmerer und Architekt am Montag nicht näher geklärt werden konnte, forderte Hermann Eberhardt, dass dem Gemeinderat spätesten bis zu nächsten Sitzung am 19. Mai "eindeutiges und klares Zahlenmaterial" vorgelegt wird.

Das wird kein Problem mehr sein, denn dann liegen auch die Ergebnisse der Ausschreibung - und damit die endgültigen Zahlen für den Innenausbau der Aurainhalle auf dem Tisch. Dann wird es vielleicht sogar nochmal teurer als jetzt schon befürchtet. So warnte Ortsbaumeister Manfred Werner schon am Montag davor, dass die "Baubranche gerade boomt." Günstigere Preise wie noch bei der Submission der Rohbaugewerke im Januar erwartet Werner daher nicht wirklich.