Das neue Album im Itchy-Kosmos - kurz und bündig "Six" betitelt - ist ein treibend wuchtiger Streich geworden, mit dem die Band, die im Bereich Punkrock und Punkpop ohnehin schon seit Jahren zu den Top-Acts Deutschlands und Europas gehört, auch keinen internationalen Vergleich zu scheuen braucht. In einem beeindruckenden Sound entwickeln die drei Bandmitglieder Sibbi, Panzer und Max die 13 Songs. Das Album beginnt mit Knauz-Geräuschen aus dem Nichts, in die mit heftigen Schlägen des Schlagzeugs und in gleicher rhythmischer Akzentuierung Bass und Gitarre rhythmisch gebündelt, roh, direkt und unisono einfallen, um den treibenden Shouter "She's Gonna Get It" loszutreten, der mit seiner punk-poppigen Bridge ein erstes hymnisches Achtungszeichen setzt.

So führen die drei Jungs auf beeindruckende Weise den Hörer in ihr neues Album hinein, aus dem sie ihn am Ende mit dem famosen "Kings & Queens" (symphonisch hymnische Steigerung und hypnotischer, nachhallender Refrain) ebenso beeindruckend wieder herausführen. Diese beiden Songs bilden die Klammer, in der sich elf weitere Stücke tummeln.

Das Album ist bei all seiner Direktheit und wuchtigen Kürze voll von Verspieltheit, rhythmischer Raffinesse und musikalischen Ideen, etwa Bridges, die aufgrund ihrer melodisch-inhaltlichen Güte die übliche Frage: Braucht man überhaupt eine Bridge, wenn man einen guten Songs hat?, weit hinter sich lassen. Neben treibend, straight nach vorne abgehenden Stücken finden sich angefunkt fließende, groovende, fast laid back gespielte Stücke, etwa "Darkness" oder die Single "Dancing In The Sun" mit ihren jeweils bleibenden Refrain-Melodien, unterstützt von fein geschichteten Gitarren. "Meant To Be" und "Trusty Friend" gehen in eine ähnliche Richtung.

Punk, Pop und auch harte Riffs

Angefunkte, mit Popappeal vorgetragene und schnelle, knackig punkige Songs halten sich die Waage. Harte blinkende Riffs, etwa bei "Grip It Tighter" oder raffiniert triolisch gesetzte Intros und Strophen wie im Stück "Out There" schüttelt Itchy Poopzkid ganz selbstverständlich aus dem Ärmel.

"Six" ist ein direktes, im besten Sinne verspieltes, dreckig rohes, phasenweise brachiales und rhythmisch sehr dicht gespieltes Album geworden. Punk war und ist immer rau, immer direkt und hat dabei stets den Mitsing- und Mittanzaspekt zu bieten. Die Itchys sind Spieler und Könner zugleich und pflegen auf ihrem neuen Album nicht nur diese Aspekte des Punk, sondern eine umfassendere Musik- Ausrichtung, die fein Melodisches, rhythmisch exquisit Entwickeltes ebenso aufweist wie das Rohe, Direkte und Treibende des Punk.

Letztlich ist hier ein eigenständiger Stil entstanden, der von einer Band mit regelmäßigem Output, enormem Potenzial und auch optisch stilsicheren Auftritten und Veröffentlichungen zelebriert wird.

Andere große Trios, etwa "Biffy Clyro", werfen zwar ihren Schatten, doch Itchy Poopzkid werfen den ihren zurück. Internationale Vergleiche braucht diese Band nun wirklich nicht zu scheuen. Dem aktuellen Album dürfte ein ähnlicher Erfolg beschieden sein wie seinem erfolgreichen Vorgänger: "Ports & Chords" stieg 2013 auf Platz 27 der deutschen Charts ein. Mit dem neuen Album geht die Band auch wieder ausgiebig auf Tour.
 



Info Das Album "Six" erscheint am Freitag, 10. April, auf dem bandeigenen Label "Findaway Records" und ist als CD, LP, MP3 sowie als limitierte Special Deluxe Edition mit CD, dem von der Band geschriebenen Buch "How to survive as a rock band" und einem handsignierten Siebdruck erhältlich.