Explosion Donzdorf Gasleck vermutet: Millionen-Schaden nach Wohnhaus-Explosion

Die Aufräumarbeiten an der Unglücksstelle in Donzdorf dauerten bis gestern an. Warum das Reihenhaus in der Dr.-Frey-Straße explodiert war, ist noch nicht abschließend geklärt. Wahrscheinlich sei ein Leck in der Gasleitung, vermutet die Polizei. 
Die Aufräumarbeiten an der Unglücksstelle in Donzdorf dauerten bis gestern an. Warum das Reihenhaus in der Dr.-Frey-Straße explodiert war, ist noch nicht abschließend geklärt. Wahrscheinlich sei ein Leck in der Gasleitung, vermutet die Polizei.  © Foto: Tilman Ehrcke
Donzdorf / Joa Schmid 15.01.2019
Die 71-jährige Frau, deren Haus  am Sonntagmorgen offenbar aufgrund eines Gaslecks in Donzdorf explodiert war, ist außer Lebensgefahr. Schaden in Millionenhöhe ist entstanden.

Auch am Tag nach dem Unglück ist unklar, wie es zu der Explosion des Wohnhauses am Sonntagmorgen in der Dr.-Frey-Straße in Donzdorf kommen konnte. Sehr wahrscheinlich scheint nur, dass ein Gasleck zu dem folgenschweren Unfall geführt hat, den die 71-jährige Bewohnerin wie durch ein Wunder überlebt hat. Die Frau hatte sich selbst aus den Überresten ihres Wohnhauses retten können und war mit einem Hubschrauber nach Tübingen ins Krankenhaus geflogen worden. Nach Informationen der Donzdorfer Stadtverwaltung ist die Bewohnerin außer Lebensgefahr. „Ihre Verletzungen sind nicht ganz so schlimm, wie man ursprünglich annehmen musste“, erklärte Gerd Rayer, Leiter des Donzdorfer Haupt- und Ordnungsamtes, gestern auf Anfrage der NWZ.

Ein unmittelbarer Nachbar des explodierten Wohnhauses, dessen eigenes Eigenheim bei der Explosion stark in Mitleidenschaft gezogen worden war, ist vorübergehend bei einem anderen Anwohner untergekommen. Insgesamt, so Hauptamtsleiter Rayer, seien zehn bis 15 Nachbarhäuser  im Umkreis von rund 100 Metern mehr oder weniger schwer beschädigt worden. „Ein Rat von uns: Jeder Betroffene  sollte eventuelle Schäden seiner eigenen Gebäudeversicherung  melden“, betont der Hauptamtsleiter.

Reihenhaus ist explodiert - Millionenschaden

Bei der Explosion des Reihenhauses, bei dem kein Stein auf dem anderen blieb,  sei ein Millionenschaden entstanden, sagte ein Sprecher der Ulmer Polizeipräsidium. Wie hoch der finanzielle Schaden an dem zerstörten Haus  ist, konnte noch nicht ermittelt werden. Hauptamtsleiter Rayer ist froh, dass in der Dr.-Frey-Straße zum Zeitpunkt der Explosion keine Passanten gelaufen sind. „Hier werden unter der Woche viele Schulkinder zur Messelbergschule gebracht und abgeholt.“

Gestern Nachmittag trafen sich Kripobeamte, Polizisten und Mitglieder der Feuerwehr am Unglücksort um die weitere Vorgehensweise zu klären.  Der Leiter des Donzdorfer Polizeipostens, Ingo Polk, ist sich sicher, dass es noch einige Zeit dauern wird, bis die genaue Ursache der Explosion geklärt wird. Auch das Landeskriminalamt sei in die Ermittlungen eingebunden. „Bei der Begehung geht es darum herauszufinden, welche Maßnahmen wir ergreifen müssen, damit wir überhaupt ermitteln können“, erklärt Polk. „Die Frage ist, wie kommen wir weiter.“

„Das müssen die Sachverständigen prüfen“, meint auch der Donzdorfer Feuerwehrkommandant  Oliver Schmid zur Ursache der Explosion. Schmid ist sehr zufrieden mit dem Einsatz am Sonntag, an dem Feuerwehren aus Donzdorf, Eislingen, Göppingen, Salach und Süßen teilgenommen hatten. Insgesamt waren 105 Mann und 27 Fahrzeuge vor Ort gewesen. Außerdem waren das Rote Kreuz und weitere Rettungsdienste mit 25 Mann und 14 Fahrzeugen sowie das Technische Hilfswerk im Einsatz. „Die Zusammenarbeit der Feuerwehren untereinander und die mit den Hilfs- und Rettungsdiensten lief hevorragend“, betont der Donzdorfer Feuerwehrkommandant.

Beeindruckt war Schmid auch vom vorbildlichen Verhalten der Narrenzünfte, die den eigentlich für Sonntag geplanten Narrensprung in Donzdorf aufgrund des Unglücks kurzfristig abgesagt hatten. Das war offenbar nicht die einzige Unterstützung. „Die Narrenzünfte hatten die Verpflegung aus Wecken und Würsten, die eigentlich für den Narrensprung gedacht war, den Einsatzkräften zur Verfügung gestellt“, berichtet Schmid.

Gefahr durch ausströmendes Gas

Auch Kreisbrandmeister Dr. Michael Reick zeigte sich mit dem Einsatz zufrieden: „Das Zusammenspiel der Einsatzkräfte hat gut funktioniert“.  Der Alarm war am Sonntagmorgen um 10.58 Uhr bei der Feuerwehrleitstelle in Göppingen eingegangen. „Gebäude explodiert, Trümmer weiträumig verstreut, zwei Menschen vermisst“,  so lautete die erste Meldung. Im Lauf des Einsatzes habe sich jedoch herausgestellt, dass außer der 71-jährigen Bewohnerin zum Zeitpunkt des Unglücks niemand in dem Haus gewesen sei.

Schwierig sei das Vorgehen der Feuerwehren vor allem deswegen gewesen, weil man ständig mit ausströmendem Gas habe rechnen müssen, bestätigt Reick. Zwar habe man außerhalb des Kellers keinen Gasgeruch wahrgenommen, nachher habe sich aber herausgestellt, dass das Leck einer Gasleitung im Keller gebrannt habe. „Das ausströmende Gas mussten wir kontrolliert abbrennen lassen, um die Einsatzkräfte außerhalb des Hauses nicht zu gefährden, berichtet Reick. Der Einsatz in Donzdorf war nicht der einzige mit dem die Feuerwehren am Wochenende zu kämpfen hatten.  Hinzu kamen 45 Unwetter-Einsätze und ein aufgrund der hohen Schneelast eingestürztes Dach in Hohenstadt.

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