Uhingen Verkehrsminister begrüßt Gründung des Bürgerbus-Landesverbands

Der frischgebackene Präsident des Landesverbands "proBürgerBus", Sascha Binder (re.), hat gut lachen. Verkehrsminister Winfried Hermann (2.v.r.) sagte bei der Gründungsversammlung in den Bürgerbus-Vereinen Unterstützung zu.
Der frischgebackene Präsident des Landesverbands "proBürgerBus", Sascha Binder (re.), hat gut lachen. Verkehrsminister Winfried Hermann (2.v.r.) sagte bei der Gründungsversammlung in den Bürgerbus-Vereinen Unterstützung zu. © Foto: Giacinto Carlucci
Uhingen / KARIN TUTAS 15.09.2014
Rückenwind für die Bürgerbusvereine im Land. Bei der Gründung des Landesverbands "proBürgerBus" am Sonntag in Uhingen versprach Verkehrsminister Winfried Hermann weitreichende Unterstützung.

Der Uhinger Bürgermeister Matthias Wittlinger war mehr als zufrieden. Schließlich war es am Sonntag  durchaus ein historischer Moment - nicht nur für die Stadt, sondern auch für die Bürgerbusvereine im Land. Gilt das Uditorium doch nun als Wiege eines neuen Landesverbandes, der fortan die Interessen der zahlreichen Ehrenamtlichen in den örtlichen Bürgerbusinitiativen vertritt. Der Verband, der 17 Gründungsvereine zählt, will nicht nur bei Neugründungen beratend zur Seite stehen, sondern vor allem den Anliegen der Bürgerbusvereine auf politischer Ebenen Gehör verschaffen.

Die Bürgerbusse springen dort in die Bresche, wo der Öffentliche Personennahverkehr nicht fährt. Vor allem ältere Menschen schätzen es, zum Arzt oder zum Einkaufen fahren zu können. Die älter werdende Gesellschaft bringe Herausforderungen mit sich, die es zu meistern gelte, erklärte der frischgebackene, einstimmig gewählte Präsident des neuen Landesverbandes, Sascha Binder. "Es geht darum, die Mobilität und Selbstständigkeit der älter werdenden Generation zu erhalten", sagte der Geislinger Landtagsabgeordnete.

Da die Bürgerbusvereine immer mehr dort in die Bresche sprängen, wo sich Lücken im Nahverkehr auftun, gelte es auch das Gespräch mit den kommunalen Spitzenverbänden zu suchen, um den weiteren Ausbau dieser Beförderungsmöglichkeit zu forcieren. Denn "nicht überall stoßen die Initiativen auf Euphorie", sagte Binder.

An die Adresse der Landesregierung in Person des Verkehrsministers Winfried Hermann gerichtet, gab Binder einen kleinen Vorgeschmack darauf, was die Bürgerbusler von der Politik erwarten. Denn die Initiativen kämpfen mit einer ganzen Reihe von Schwierigkeiten, zum Beispiel dem Gewicht der Gefährte. Um Fördergelder vom Land zu bekommen, müssen die Busse der Euro-6-Schadstoffnorm entsprechen.

Das aber macht sie schwerer als 3,5 Tonnen "und sie dürfen nicht mehr mit dem Pkw-Führerschein gesteuert werden", erläuterte der Verbandspräsident und gab dem Minister gleich die erste Hausaufgabe mit auf den Weg. "Die Bürgerbusse brauchen eine Sonderegelung", forderte Binder unter großem Beifall der Gründungsmitglieder.

Beim Verkehrsminister stieß das Anliegen auf offene Ohren: "Wir müssen schauen, dass wir das hinbekommen", versprach Hermann. Es gehe darum, die Förderkriterien so zu gestalten, dass es den Vereinen helfe - etwa durch eine Führerscheinregelung wie bei der Feuerwehr, deren Fahrzeuge ebenfalls schwerer als 3,5 Tonnen sind.

Auch die Anerkennung der Gemeinnützigkeit - ein Thema, das den Ehrenamtlichen seit langem auf der Seele liegt - versprach Winfried Hermann tatkräftige Unterstützung. Bei den Finanzministern in Bund und Ländern stößt dieses Thema bislang auf taube Ohren, weil die Bürgerbusse als Konkurrenz zu Busunternehmen gesehen werden. Die Bürgerbusse sind aber keine Konkurrenz zum ÖPNV, sondern eine Ergänzung, betonte der Minister. "Wir brauchen Bürgerbusse, weil sie das ÖPNV-Angebot in der Fläche passgenau ergänzen und erweitern und dabei lokale Reserven aktivieren."

Insbesondere in ländlichen Bereichen gelte es, den ÖPNV neu zu organisieren. Der neu gegründete Landesverband "proBürgerBus" sei deshalb ein großer Schritt nach vorn, um die Bürgerbusse als fester Bestandteil im ÖPNV zu etablieren.

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