B 10-Sperrung Verkehrschaos in Kuchen

Kuchen / Michael Scheifele 14.08.2018
Die Verkehrssituation ist im zweiten Bauabschnitt angespannt: Im Berufsverkehr ging am Montag fast gar nichts mehr.

An der Kreuzung Bahnhofstraße/Adlerstraße in Kuchen stehen die Fahrzeuge still: Für die Verkehrsteilnehmer gibt es für den Moment kein Durchkommen mehr.  Ein Lkw kommt einem Linienbus in die Quere. Die Fahrer verhandeln gestikulierend. Der Lkw-Fahrer zieht schließlich den Kürzeren, da er nicht den nötigen Wendekreis hat. Er fährt geradeaus weiter auf die B 10, wo es für ihn nur in die Richtung weitergeht, aus der er eigentlich kam – nämlich aus Gingen. Die Szene hat sich am Montagmorgen ereignet.

Seit Sonntagabend ist der zweite Bauabschnitt der Kuchener Ortsdurchfahrt an der B 10 gesperrt. Die Umleitungsstrecke führt den Verkehr von Geislingen kommend über das Gewerbegebiet Espan und die Herrenwiesen wieder in die B 10. „Das ist eine Katastrophe“, sagt eine Fußgängerin. „Eigentlich bräuchten wir im Wohngebiet eine Ampel, um sicher über die Straße zu kommen.“ Ein Anwohner sieht die Situation gelassener:  „Solange der Verkehr rollt ist das kein Problem.“

Während der Verkehr am Montag zunächst mit Unterbrechungen noch einigermaßen flüssig lief, kam er im Berufsverkehr zum Erliegen. Das Problem: Vor allem ausländische Lkw fuhren trotz Verbotsschildern  durch den Ort und kamen angesichts der schmalen Straßen und kleinen Kurven ins Straucheln.

Zu solchen Situationen dürfte es eigentlich nicht kommen: Während vergangene Woche noch 7,5 Tonner erlaubt waren, ist der Kuchener Ort nun für alle Lastwagen tabu. Die Polizei verstärkte daraufhin ihre Präsenz, zog etliche Lkw-Fahrer aus dem Verkehr und zeigte sie an.  Außerdem sperrten die Beamten die Zufahrten nach Kuchen bei der letzten Wendemöglichkeit auf Höhe des Autohauses Burger Schloz in Geislingen beziehungsweise beim Möbelhaus Wannenwetsch in Gingen ab.

Kuchens Bürgermeister Bernd Rößner zeigte sich im Gespräch mit der GZ verärgert über die Firma,  die beauftragt war, die Umleitung einzurichten: Zum einen wurde die Umleitung entgegen der Absprachen schon am Sonntagabend anstatt am Montagmorgen ausgeschildert. Zum anderen habe die Firma zu wenige Verkehrsschilder aufgestellt. „Das haben wir im Laufe des Montagvormittags  in Absprache mit der Polizei und dem Landratsamt  noch ausgebessert“, sagt Rößner. Das beauftragte Unternehmen stellte außerdem die Halteverbotsschilder auf der Umleitungsstrecke zu spät auf: „Dadurch musste die Polizei die Halter der Pkw im Halteverbot ermitteln und herausklingeln“, schildert Rößner.

Einige Anwohner beschwerten sich, dass im Wohngebiet die Rechts-vor-Links-Regel missachtet werde. Das Landratsamt bestätigte auf Nachfrage der GZ, dass die Umleitungsstrecke nicht als Vorfahrtstraße vorgesehen ist. Die Verkehrsteilnehmer sind angehalten, sich an die normalen Vorfahrtsregeln zu halten.

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