Eislingen/Ulm / Michael Seefelder  Uhr
Im Eislinger Vergewaltigungsfall fordert der Staatsanwalt eine mehrjährige Haftstrafe, der Verteidiger Bewährung.

Weitestgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit ist am Donnerstag der Prozess gegen einen 31-Jährigen vor dem Ulmer Landgericht fortgesetzt worden, der seine frühere Lebensgefährtin in der gemeinsamen Wohnung in Eislingen im Sommer 2016 mehrfach vergewaltigt haben soll.

Geständnis des Angeklagten am ersten Verhandlungstag

Wie berichtet, legte die Staatsanwaltschaft dem Angeklagten ursprünglich 15 Fälle zur Last. Richter Wolfgang Fischer sagte nun in der Verhandlung, dass sich fünf Fälle anhand des Chatverkehrs des damaligen Paares zeitlich genau festmachen ließen. Der Angeklagte hatte bereits am ersten Verhandlungstag gestanden, dass er die Frau zum Sex gezwungen hat.

31-jähriger steht seit heute vor dem Landgericht in Ulm. Er legte zu Beginn des Prozesses ein Geständnis ab.

Zwei Frauen mit Selbstmord gedroht

Zwei weitere Ex-Partnerinnen des Mannes hatten in der vergangenen Woche ebenfalls ausgesagt, dass sie von ihm zum Geschlechtsverkehr gezwungen worden seien. Außerdem habe er ihnen nachgestellt und im Falle einer Trennung mit Selbstmord gedroht, berichteten die Zeuginnen. Die Frau, mit der der Angeklagte in Eislingen zusammen gewohnt hat, zeigte ihn schließlich an und brachte dadurch den Prozess ins Rollen.

Ein 31-Jähriger soll seine Lebensgefährtin zum Sex gezwungen haben. Vor Gericht kamen jetzt auch Ex-Freundinnen zu Wort, denen ähnliches widerfuhr.

Öffentlichkeit bei Plädoyers ausgeschlossen

Sie wurde am Donnerstag erneut in nicht öffentlicher Verhandlung befragt. Auch bei den folgenden Plädoyers blieb die Öffentlichkeit ausgeschlossen. Während die Staatsanwaltschaft und der Rechtsanwalt des Opfers, Alexander Stumpf, eine mehrjährige Haftstrafe für den 31-jährigen Angeklagten für angemessen halten, versucht Verteidiger Ulrich Meis eine Bewährungsstrafe für seinen Mandanten zu erwirken.

Das Urteil wird für kommenden Montag erwartet.