"Die Nachsorge hat mich beim ersten Kind gerettet." Monika Findeis ist es nach der Geburt ihres heute vier Jahre alten Sohnes Johannes wie vielen jungen Müttern ergangen: "Ich fühlte mich unsicher und hatte Probleme beim Stillen", erzählt die Süßenerin. Dank ihrer Hebamme, die ihr in den Wochen nach der Geburt mit Rat und Tat zur Seite gestanden habe, sei alles gut geworden.

"Die Erfahrung der Hebammen, die jungen Müttern unter die Arme greift und Sicherheit vermittelt", ist enorm wichtig, sagt Findeis, die sich in dem im März gegründeten, deutschlandweit agierenden Verein Mother-Hood engagiert. "Wir sind nicht die Lobby der Hebammen", stellt Findeis klar. Aber mit dem Hebammen-Schwund sei die Geburtshilfe insgesamt in Gefahr, argumentiert die Süßenerin, die bei Mother-Hood die Fachgruppe Recherche und Fundraising leitet. Anliegen des Vereins sei es, die Folgen für die Gesellschaft und insbesondere für Frauen und Kinder deutlich zu machen.

Sie höre von immer mehr Frauen, auch im Landkreis, die schon heute Mühe hätten eine Hebamme für die Nachsorge zu finden. Wenn die Versicherungsproblematik nicht gelöst werde und die Gesetzlichen Krankenversicherer den Geburtshelferinnen immer mehr die finanzielle Basis entzögen, "werden im nächsten Jahr hunderttausende Eltern ohne Wochenbettbetreuung da stehen.

Wohin mit Milchstau und Neugeborenenakne - alle in die Notaufnahme?", fragt sich Findeis. Den Eltern stoße sauer auf, dass sie bei allen Entscheidungen außen vor sind. Mehr als 430 000 Menschen hätten bereits eine Petition des Vereins unterzeichnet, dass Hebammen weiter und unter angemessenen Bedingungen arbeiten können.

Info: www.mother-hood.de


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