Lothar Lehner, Kreisstellenleiter des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW) ist sich mit dem Präsidenten seiner Organisation, Mario Ohoven, einig darin, dass die Pläne nur dazu geeignet seien, dem Staat klammheimlich die Kontrolle über das Geldvermögen und den -verkehr des Einzelnen zu übertragen.

Ohoven berichtete, dass es jüngst eine "Geheimkonferenz" in London gegeben haben soll, auf der führende Notenbanker und Topökonomen über die Bargeldabschaffung gesprochen hätten. Zum Glück sei dieses Treffen nicht geheim geblieben, betont Lehner in einer Pressemitteilung. Die Argumente, dass sich ohne Geldscheine die Schwarzarbeit und die Kriminalität eindämmen ließen, halten weder Lehner noch Ohoven für stichhaltig. Im Zeitalter der Digitalisierung würden sich Bankräuber online an fremdem Eigentum vergreifen.

Beim Verzicht auf Bargeld könne der Staat klammheimlich die Kontrolle über das Geldvermögen seiner Bürger gewinnen, befürchtet auch Lehner. Habe er das erst einmal, könnten sich Sparer zum Beispiel nicht mehr gegen Negativzinsen wehren und Scheine unterm Kopfkissen würden wertlos. Ohoven ergänzt, dass ausgerechnet der Veranstalter der Geheimkonferenz, die Schweizer Nationalbank, mit minus 0,75 Prozent zu den Vorreitern beim Negativzins gehöre.

Auffällig sei auch, welche Länder den Bargeldeinsatz bereits beschnitten hätten oder dieses planten. Dazu gehörten Griechenland, Zypern, Spanien und Italien. Zypern habe 2013 den Zahlungsverkehr rigoros reglementiert, Spanien 2014 eine Einlagesteuer eingeführt. Lehner ist überzeugt, dass das Thema Bargeld-Abschaffung nicht vom Tisch ist. Laut Umfragen würde jeder dritte Bundesbürger glauben, er komme ohne Bargeld aus. Mit dieser Ahnungslosigkeit würden die Bargeld-Gegner versuchen, ihr Ziel zu erreichen.