Bauland Verband geht mit „maßvoller“ Größe ins Rennen

Weg von Dürnau nach Gammelshausen: Beide Gemeinden peilen hier Baugebiete an. Foto: Schäfer
Weg von Dürnau nach Gammelshausen: Beide Gemeinden peilen hier Baugebiete an. Foto: Schäfer © Foto: Jürgen Schäfer
Bad Boll / Jürgen Schäfer 26.11.2016

13 Hektar Wohnbauland melden die sechs Verbandsgemeinden im Raum Bad Boll für die Zeit bis 2030 an. Sie gehen damit in ein Verfahren, das vom Regierungspräsidium in Abstimmung mit dem Land entschieden wird, und bei dem die Region Stuttgart ein gewichtiges Wort mitredet.

Aichelberg will ein Mischgebiet von 2,8 Hektar südlich der Steigstraße und eines kleines von 0,4 Hektar unweit der Landesstraße nach Bad Boll. Zur Hälfte können dort Wohnungen entstehen, in der Summe 42. Das Kleinzentrum Bad Boll will um 3,2 Hektar wachsen, nördlich der Badstraße, südlich der Eichhalde und am Finkenweg. Das gäbe 84 Wohnungen her.  Dürnau will ein Hektar östlich des Baugebiets „Morgen“ für etwa 26 Wohnungen nutzen und damit eine einheitliche Baugrenze an einem Feldweg schaffen. An anderen Ende dieses Feldwegs würde Gammelshausen 0,9 Hektar ausweisen. Außerdem wird ein Mischgebiet von 0,4 Hektar zwischen Aldi-Markt und der älteren Bebauung anvisiert. In der Summe 29 Wohnungen.

Hattenhofen zielt auf einen Hektar Bauland am nordöstlichen Ortsrand Beim Bäumle und auf eine Abrundung von 0,3 Hektar im Rückraum der Hauptstraße, Nähe Albershäuser Straße. Zell will sein Baugebiet Siebenbett durchbringen, das längst als Bauland vorgemerkt ist.  Bei drei Hektar gäbe das 79 Wohnungen her.

Dahinter steht ein Auswahlverfahren in jeder einzelnen Gemeinde. Aichelberg hat beispielsweise sechs Standorte geprüft. Und es ist je nachdem eine Beschränkung. Der Verbandsvorsitzende, Hattenhofens Bürgermeister Jochen Reutter,  beklagte: „Wohnungsmangel überall, das Land lehnt sich zurück. Wie kommen wir aus der Sackgasse heraus?“ Von akutem Wohnungsmangel in Zell berichtete Gemeinderat Michael Dreher. Dort entstehen 400 Arbeitsplätze im Gewerbepark Wängen. „Leute von neuen Firmen finden hier keine Wohnung“, klagt Dreher. Seine Forderung: „Wer ein Gewerbegebiet will, muss auch ein Wohngebiet anbieten.“  Außerdem hätten in der Vergangenheit vermögende Stuttgarter Bauplätze gekauft. „Wer wenig Geld hat, bleibt auf der Strecke.“ Wo die Gemeinde Bauplätze hatte, seien sie an Zeller vergeben worden, betonte Bürgermeister Werner Link. Im Siebenbett will er die Vergabehoheit. Nur: „Das hieße fünf Wohnungen im Jahr.“

Der Bad Boller Bürgermeister Hans-Rudi Bührle nennt die 13 Hektar verantwortungsbewusst und maßvoll. Die Region sieht er als Partner in dem Verfahren. Man werde dort über Gewerbegebiet und Zuzug sprechen, sagte die Bad Boller Regionalrätin Dorothee Kraus-Prause.

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