Vom Warnstreik der Busfahrer am 31. Januar waren die Schüler in der Region noch kaum betroffen: Der Streik begann erst um 8 Uhr, am Nachmittag waren die Busse wieder im Einsatz. Beim ganztägigen Streik am Mittwoch bekamen die Schulen den Ausfall der Busse dann teilweise aber doch zu spüren. Je nach Einzugsgebiet und Anteil der Schüler, die mit dem Bus fahren, waren die Schulen allerdings unterschiedlich stark betroffen.

Unmut bei den Eltern war teilweise groß

„Bei uns gab es so gut wie keine busbedingten Ausfälle“, berichtet etwa Joachim Boldt, Leiter der Geislinger Schubart-Realschule. Zwar hätten am Mittwoch  in den 20 Klassen insgesamt etwa 50 Schüler gefehlt. Ein Großteil davon sei aber sicher auf Erkrankungen zurückzuführen, meint er. Es habe nur einen einzigen Anruf von Eltern gegeben, die ihr Kind wegen des Streits entschuldigt haben.

Göppingen

„Diesmal haben wir den Streik deutlich bemerkt“, sagt dagegen der Schulleiter der Geislinger Tegelbergschule, Ottmar Dörrer.  Etwa 50 der 456 Tegelbergschüler hätten am Mittwoch gefehlt – ein Großteil wegen der Streiks, glaubt er. „Der Unmut der Eltern war teilweise groß.“

In manchen Klassen fehlt die Hälfte der Schüler

In der Degginger Verbundschule waren die Auswirkungen des Streiks noch wesentlich stärker zu spüren, berichtet Schulleiter Steffen Lonczig. Von den 350 Schülern, die in Deggingen die weiterführende Schule besuchen, seien etwa zwei Drittel auf den Bus angewiesen, um zum Unterricht zu kommen. Denn das Einzugsgebiet der Schule reicht bis nach Wiesensteig und Gruibingen. In manchen Klassen sei deshalb über die Hälfte der Schüler nicht zum Unterricht erschienen.

Nicht alle Eltern hätten kurzfristig – die Schulen wurden am Montag über den Streik informiert  – Fahrgemeinschaften bilden oder gar Urlaub nehmen können, um ihre Kinder selbst zu fahren. „Das ist eine unbefriedigende Situation“,  meint der Degginger Schulleiter.  Denn so wie geplant konnten die Lehrer ihren Unterricht angesichts der hohen Fehlzahlen nicht abhalten. „Unter diesen Voraussetzungen macht es zum Beispiel keinen Sinn, in einer Klassen ein neues Thema anzufangen“, erläutert Lonczig.  Ein wirkliches Problem gebe es aber erst, wenn die Busfahrer über einen längeren Zeitraum hinweg die Arbeit niederlegen sollten, meint er. Deshalb hofft er, dass es bald eine Einigung im Tarifstreit gibt.

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