Benefiz-Ultralauf Ultralauf: Am Samstag geht’s auf die Trails

Uli Calmbach beim Training auf dem Albtraufgänger oberhalb Geislingens. Der erfahrene Bergläufer aus Donzdorf gilt als Favorit auf der 115 Kilometer langen Alb-Traum-Strecke.
Uli Calmbach beim Training auf dem Albtraufgänger oberhalb Geislingens. Der erfahrene Bergläufer aus Donzdorf gilt als Favorit auf der 115 Kilometer langen Alb-Traum-Strecke. © Foto: Fabian Schmid
Kreis Göppingen / SWP 10.05.2018
Mehr als 160 Teilnehmer starten zur Premiere des „Alb-Traum100“: Sie laufen 115 beziehungsweise 57 Kilometer auf dem Albtraufgänger.

Die letzten Nächte vor ­einem Ultrarennen sind die kürzesten. „Habe ich genug trainiert? Wie wird das Wetter am Wettkampftag? Komme ich mit meiner Kleidung zurecht? Welche Schuhe soll ich tragen?“ Diese und weitere Fragen kann ein Ultra-Läufer vor einem Rennen nächtelang mit sich diskutieren – und hat er die eine beantwortet, findet er eine neue.

So dürfte es auch den meisten der 163 Ausdauersportler gehen, die sich für die Premiere des ­Ultralaufs Alb-Traum100 und Halb-Traum angemeldet haben .

Es ist ein besonderer Lauf, der samstagfrüh vor der Geislinger Jahnhalle startet: 115 Kilometer ist der Albtraufgänger-Wanderweg lang, 3400 Höhenmeter werden im Anstieg bewältigt – für ­Wanderer ist der zertifizierte ­Premium-Wanderweg auf sechs Etappen angelegt. Bei den ­Ultra-Läufern heißt der Wettkampf Alb-Traum100.

Die Organisatoren haben sich seit Oktober ins Zeug gelegt und eigens einen gemeinnützigen Verein gegründet, um den Benefizcharakter auf sichere Beine zu stellen. Fast nebenher lief in den Anfangsmonaten die Vorbereitung des Laufes: Die Gewinnung von mehr als 40 Spendern und 80 Helfern, die Organisation von acht Verpflegungspunkten mit Essen und Getränken sowie die Nachbeschilderung der Strecke.

Die Projekte, die von den Spendeneinnahmen profitieren, waren schnell gefunden: Es sind der ­Kinder- und Jugendhospizdienst der Malteser, das stationäre Hospiz des Landkreises Göppingen, die Bergwacht Geislingen-Wiesensteig, das Gutscheinheft der Stadt Geislingen für bedürftige ­Menschen und die GZ-Aktion „Gemeinsam geht’s besser“.

Das Wochenende ist nicht nur für die acht Hauptverantwortlichen des Vereins eine Premiere – auch der Lauf an sich über diese Distanz auf trailigem Gelände für einen guten Zweck ist in der Region Stuttgart einmalig.

Start ist um 4 Uhr morgens

64 Teilnehmer haben sich für die lange Distanz gemeldet, darunter sieben Frauen. Als einer der ersten wird Uli Calmbach aus Donzdorf erwartet. Der erfahrene Berg­läufer hat schon mehrmals auf Streckenabschnitten trainiert und ist im Herbst, als er von den Plänen für den Lauf erfuhr, an einem Tag die komplette Strecke abgelaufen. Bei den Frauen sind mit Anja Karau und Stephanie Lieb zwei sehr erfahrene Ultraläuferinnen am Start, die vermutlich einige der Männer hinter sich lassen werden. Die Teilnehmer starten samstagfrüh um 4 Uhr und haben 24 Stunden Zeit, um die Strecke zu bewältigen.

Das 99 Köpfe zählende Voranmeldefeld des 57 Kilometer langen Halb-Traums mit 1700 Höhenmetern beinhaltet einige Kandidaten für vordere Platzierungen: Neben Paul Tezlaw – der vor wenigen Wochen Deutscher Meister über 50 Kilometer wurde – sind Dirk Hahn, Harald Menzel und Rouven Emmerich zu nennen.

Für den Halb-Traum, der um 9 Uhr startet, ist bis eine Stunde vor dem Start noch die Nachmeldung möglich, und die Teilnehmer ­haben 15 Stunden Zeit, so dass auch zügige Wanderer die reizvolle Strecke bewältigen können. ­Neben erfahrenen Läufern wie zum Beispiel Björn Grass, der mit der Startnummer 105 in Geislingen seinen 105. Ultralauf absolviert, werden sich auch einige Neulinge auf eine Strecke wagen, die aufgrund der Topografie nicht zu unterschätzen ist. Dafür sind einige Teilnehmer seit Anfang des Jahres mehr als tausend Kilometer gelaufen. Belohnt werden die Hobbysportler mit einer tollen Landschaft und schönen Ausblicken auf dem Albtraufgänger.

Damit die Läufer wissen, worauf sie unterwegs achten müssen, gibt es für die Teilnehmer beider Strecken Briefings am Freitagabend und samstagfrüh. Nach den Starts um 4 Uhr und um 9 Uhr kehrt im Start- und Zielbereich dann erst einmal Ruhe ein, bis etwa zur Mittagszeit. Denn kurz nach 13.30 Uhr werden die schnellsten Halb-Träumer erwartet. Mit den ersten Alb-Träumern rechnen die Veranstalter ab 15 Uhr. Das Ziel vor der Jahnhalle ist bis Sonntagfrüh um 4 Uhr geöffnet – so lange haben die Teilnehmer Zeit, die Strecke zu beenden.

Eine Bewirtung für die Läufer gibt es ab Samstagnachmittag in der Halle; bei schönem Wetter ist der Biergarten im Stadtpark geöffnet. Dort spielt von 19 bis 21 Uhr auch die Gruppe „Campfire“ am Lagerfeuer: Claudia Mann, Roland Funk, Bernhard Lehle, Karl Scharpf und der Geislinger Oberbürgermeister Frank Dehmer sowie weitere Gitarristen und Sänger spielen Lieder zum Mitsingen. Bei schlechtem Wetter wird das Konzert in die Jahnhalle verlegt.

Verpflegungsstellen, Strecke und Zielbereich: Wo Sie die Läufer anfeuern können

Wer will, kann gern zum Start an die Jahnhalle kommen. Wem das zu früh ist – Start für die Alb-­Träumer (AT) ist Samstag um 4 Uhr, für die Halb-Träumer (HT) um 9 Uhr –, der kann auch auf die ausgeschilderte ­Strecke oder an die Verpflegungsstellen kommen:
● Ave Maria, Kilometer 15 – voraussichtliche Ankunft der ersten Läufer: 5.15 Uhr AT, 10 Uhr HT
● Gosbach, Kilometer 27 – 6.30 Uhr AT
● Papiermühle, Kilometer 43 – 8.15 Uhr AT
● Eckhöfe, Kilometer 54 – 9.15 Uhr AT
● Eckwälden, Kilometer 66 – 10.15 Uhr AT
● Gairen, Kilometer 81 –
12 Uhr AT
● Kuchberg, Kilometer 91 – 11.30 Uhr AT und HT
● Geislinger SC-Stadion, Kilometer 106 – 12.30 Uhr AT und HT
● Ziel Geislinger Jahnhalle, Kilometer 57/115 –
13 Uhr HT, 15 Uhr AT

Alle weiteren Infos rund um den Lauf sowie der Streckenverlauf sind
zu finden, unter Ausschreibung, Stichworte Programm und Strecken.

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