Finanzen Uhingen investiert wie noch nie

Uhingen ist bekannt für seinen 24-Stunden-Hindernislauf. Sportlich ist auch das Investitionsprogramm, das die Stadt in den nächsten Jahren stemmen will. Auch in Sportanlagen wird investiert.
Uhingen ist bekannt für seinen 24-Stunden-Hindernislauf. Sportlich ist auch das Investitionsprogramm, das die Stadt in den nächsten Jahren stemmen will. Auch in Sportanlagen wird investiert. © Foto: Giacinto Carlucci
Uhingen / Ingrid Zeeb 05.12.2018
Uhingen hat sich für 2019 viel vorgenommen. Größter Brocken ist der Bau des Kunstrasenplatzes auf dem Haldenberg.

Der Uhinger Haushalt für 2019 ist in trockenen Tüchern. Nach langer Debatte über die Anträge der Fraktionen wurde die Finanzplanung mit einigen wenigen Änderungen gegenüber dem Entwurf von Kämmerin Kathrin Vater verabschiedet. Ein großer Posten ist der Bau des Kunstrasenplatzes auf dem Haldenberg, der 1,25 Millionen Euro kosten soll. Mit Zufahrten, Parkplätzen und sonstiger Infrastruktur kommt er auf 2,3 Millionen Euro.

Weiteres großes Projekt auf der Uhinger Agenda ist die Sanierung des Gebäudes Kirchstraße 1. Gebaut wird dort allerdings nicht vor 2020. Gut zwei Millionen Euro will die Stadt in die Hand nehmen, um in dem denkmalgeschützten Haus ein Generationen- und Kulturzentrum einzurichten. Auch die Erschließung des Wohngebietes Weilenberger Hof 3 wird viel Geld kosten, bevor die Grunstückserlöse gegengerechnet werden können: Gut 2,1 Millionen Euro schlagen für Straßenbau mit Beleuchtung, Wasser und Abwasser zu Buche.

Zweifel, ob die Nachbarstadt ihre Verpflichtungen erfüllen kann

Auch die Entwicklung des gemeinsamen Gewerbeparks Fils soll vorangetrieben werden. 400.000 Euro wollte Uhingen dafür im kommenden Jahr einplanen, dazu weitere 2,25 Millionen Euro in der Finanzplanung 2020 bis 2022, um über den Zweckverband mit Ebersbach die Gewerbebauplätze dort zu erschließen. Die SPD war dagegen. Grund: „Es sind keine Mittel vergleichbarer Höhe im Haushalt der Stadt Ebersbach zu finden“, begründete die Fraktionsvorsitzende Susanne Widmaier ihren Antrag, für nächstes Jahr – wie in Ebersbach – nur 100.000 Euro einzustellen, und die 2,25 Millionen gleich ganz zu streichen. Offenbar gibt es Zweifel, ob die Nachbarstadt ihre Verpflichtungen erfüllen kann. Ulrich Langer (FDP/UB) stellte fest: „Ebersbach hat mit Eigenbetrieben eine Schuldenlast von 30 Millionen Euro.“ Rainer Frey, Fraktionschef der FWV, meinte: „Wenn wir von Ebersbach eine Zusicherung hätten, dass das Geld da ist, das wäre schon eine Beruhigung.“

Das wollte der Bürgermeister so nicht stehen lassen: „Wir haben einen rechtsgültigen Vertrag mit Ebersbach“, machte er klar. „Darüber hinaus können wir der Stadt keine Vorschriften machen, wie sie ihren Haushalt gestalten soll.“ In Uhingen sei man eben so gestrickt, dass man Großprojekte solide durchfinanziere, dazu stehe er. Mit hauchdünner Mehrheit wurde der Ansatz gegen die Stimmen der FWV auf 100 000 Euro gekürzt – mit der Aussicht, das Geld dann doch bereitzustellen, wenn es nötig wird.

Einige Posten müssen auch deshalb  2019 finanziert werden, weil sie dieses Jahr nicht mehr abgerechnet werden können. So etwa der Kindergarten Panoramastraße (gut zwei Millionen Euro), von dem knapp 1,3 Millionen Euro erst nächstes Jahr fällig werden. Auch der Rasenplatz Sparwiesen, obwohl schon fertiggestellt, wird mit knapp 300 000 Euro fast komplett 2019 abgerechnet. Auf diese Weise landen auch rund 100.000 Euro für den Abbruch der Nassachtalstraße 71 und 500.000 Euro für den Abbruch der ehemaligen Spinnweberei im Haushalt 2019. Bürgermeister Matthias Wittlinger erneuerte seine schon öfter geäußerte Befürchtung, dass durch die steigende Kreisumlage die Finanzierung des Uhinger Haushalts in Gefahr sei: „2019 ist gesichert, aber ab 2020 können wir Probleme bekommen.“

Die Anträge der Fraktionen

Hochsprunganlage Die Hochsprung-Anlage im Stadion wird für 30 000 Euro erneuert. Dieser Antrag der FWV wurde mit großer Mehrheit beschlossen.

Vereinsgebäude Gestrichen wurden 500 000 Euro für das Vereinsgebäude am Haldenberg. Die SPD hatte dies beantragt, weil sie erst Verhandlungen mit den Vereinen führen will, ob auch eine sparsamere Lösung denkbar wäre.

Sonnensegel Mit knapper Mehrheit von SPD und CDU wurde ein Sonnensegel auf dem Hof der Realschule gestrichen. Begründung: Die dortigen Bäume werden bald größer sein.

Brücke Wieder um ein Jahr verschoben wurde die Sanierung der Fußgänger- und Radfahrerbrücke in der Bünzwanger Straße. Laut Stadtverwaltung sei der Handlungsbedarf noch nicht dringend.

Charlottensee Ob bei der Erschließung des Weilenberger Hofes 3 eine Stromleitung zum Charlottensee gelegt wird, um dort eine Umwälzpumpe anzuschließen, wird geprüft. Die CDU erhofft sich davon eine verbesserte Wasserqualität im Sommer.

Allee Für die Nachpflanzung einer ehemaligen Allee am Blaubach werden 15 000 Euro zusätzlich eingestellt.

Filseck  An der B 10 sollen Schilder auf Schloss Filseck hinweisen, dafür soll sich die Uhinger Verwaltung einsetzen. Auch soll am Schloss selbst ein Hinweis angebracht werden, dass man sich auf Uhinger Markung befindet.

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