In Uhingen fehlen Wohnungen, vor allem die preisgünstigen. Seit Jahren gibt es immer wieder Anträge aus dem Gemeinderat, die Stadt solle in den Bau erschwinglicher Wohnungen einsteigen. „Das ist nicht ganz einfach, denn wir müssen als Stadt auch über ein entsprechendes Grundstück verfügen können“, erklärte Hauptamtsleiter Reinhard Goldmann in der jüngsten Gemeinderatssitzung.

Fünf Mehrfamilienhäuser sollen entstehen

Doch jetzt steht ein großes Projekt mit 42 Wohnungen in den Startlöchern: In der Ulmer Straße 90 und auf den benachbarten, nicht bebauten Flurstücken sollen fünf Mehrfamilienhäuser mit preisgünstigen Mietwohnungen von im Schnitt 72 Quadratmetern sowie einer Tiefgarage entstehen. Bauherr ist die Landesbaugenossenschaft Württemberg, Baubeginn frühestens im Frühjahr 2020. Der Gemeinderat stimmte einhellig dafür, jetzt ins Bebauungsplanverfahren einzusteigen.

Ungeklärt: Wie hoch soll die Miete sein?

Ob die Mieten so niedrig sind wie erhofft, das bleibt abzuwarten. Denn auf die Frage von Susanne Widmaier (SPD) nach der Höhe der Mieten der Landesbaugenossenschaft sagte Bürgermeister Matthias Wittlinger: im Schnitt etwas über sechs Euro pro Quadratmeter, wenn man alle 5000 Wohneinheiten der Genossenschaft hernimmt. Bei Neubauten läge die Quadratmetermiete wegen steigender Baukosten  aber schon  bei zehn Euro – eine Zahl, die einige Stadträte sichtlich schlucken ließ. „Die Höhe der Miete hängt auch davon ab, wie viele Auflagen wir machen“, fügte das Stadtoberhaupt hinzu. Das Thema Auflagen könnte die Zahl der Stellplätze betreffen. Bisher ist lediglich ein Stellplatz pro Wohnung vorgesehen, wie es in der Landesbauordnung steht. „Wir versuchen, dass unser Uhinger Schlüssel von 1,5 Stellplätzen pro Wohneinheit eingehalten wird“, sagte Wittlinger: „Der Bauträger, der viel Erfahrung auf dem Gebiet hat, versichert allerdings glaubhaft, sein Klientel könne sich häufig kein Auto leisten, geschweige denn zwei.“ Weil es in der Ulmer Straße keine Stellplätze gibt, sei es wichtig, dass alle Parkplätze auf dem Grundstück hergestellt werden.

Parkplätze: Tiefgarage und oberirdisch

Jens Störl (FWV) plädierte dafür, dass oberirdische Parkplätze zusätzlich zur Tiefgarage da sein müssen, nicht jeder parke in der Tiefgarage. Sabine Braun (CDU) fand „zehn Euro Miete für Uhingen schon recht hoch“. Bei den Stellplätzen ist sie zwiegespalten, denn sie sehe schon die Gefahr, „dass wir die Miete erhöhen, wenn wir 1,5 Stellplätze fordern“.

Susanne Widmaier sah in dem Projekt „eine große Chance, dass wir hier Geschosswohnungsbau bekommen“. Auch Rainer Frey (FWV) begrüßte das Vorhaben, denn: „Es vergeht keine Woche, in der keine Wohnungssuchenden bei der Stadt oder bei uns auftauchen.“ Fünf oder acht zusätzliche oberirdische Parkplätze würden das Ganze nicht teurer machen, glaubt er.

Mischnutzung aus Wohnen und Gewerbe

Geplant ist, neben und hinter dem Haus Ulmer Straße 88, das erhalten bleibt, fünf Mehrfamilienhäuser zu errichten. Die beiden Gebäude  an der Ulmer Straße werden drei Stockwerke plus ein zurückgesetztes Dachgeschoss haben mit je neun Wohneinheiten. Die drei Häuser in der zweiten Reihe sind mit acht Wohneinheiten und zwei Geschossen plus Dachgeschoss etwas kleiner. Gebäude Nummer 90 gehört der Stadt und wird abgerissen. In dem 3300 Quadratmeter großen Areal besteht bisher eine Mischnutzung aus Wohnen und Gewerbe, teilweise liegt es brach. Es seien Altlasten im Boden, sagte Hauptamtsleiter Reinhard Goldmann. Auch der Hochwasserschutz müsse noch genauer geprüft werden, denn das Areal liegt direkt am Blaubach.

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