Kuchen Über Berg und Tal gestrampelt

Glückliche FTSV'ler: Oben auf dem Berg lacht nicht nur die Sonne, sondern auch das Radlerherz.
Glückliche FTSV'ler: Oben auf dem Berg lacht nicht nur die Sonne, sondern auch das Radlerherz. © Foto:  
Kuchen / SANDRA SCHUETZ 19.06.2015
Der Fünf-Tages-Ausflug der Radsportabteilung des FTSV-Kuchen führte 11 600 Kilometer durch das Allgäu. Die Radler bezwangen viele Höhenmeter.

Als die Rad-Tour begann, waren nur zwölf der 25 angemeldeten Sportler am Start, welche die 170 Kilometer von Kuchen nach Bolsternang mit dem Rad bewältigten. Da Radfahrer auf der Autobahn keinen Platz finden, leitete Tourenwart Jürgen Ott die Radler über Blaubeuren, Ehingen, Biberach und Kißlegg. Der Rest reiste mit dem Auto nach. So kam geschickterweise auch die Wechselkleidung an den Zielort. Sonst wäre nach fünf Tagen Radeln die Geruchsbelästigung wohl enorm gewesen, denn das Wetter war schon vom ersten Tag an sehr schön und warm. In Bolsternang waren die FTSV'ler im Landgasthof "Zum schwarzen Grat" untergebracht. Von dort aus starteten die Touren der folgenden Tage.

Die Hardcore-Gruppe fuhr am nächsten Morgennoch vor dem Frühstück die ersten 46 Kilometer. Anschließend startete die gemeinsame Ausfahrt. Zunächst ging es zum Niedersonthofnersee. Dort gönnten sich viele Radler eine Abkühlung im Wasser. Erfrischt setzte sich die Reise ins nahe gelegene, allerdings 300 Höhenmeter höher gelegene, Diepolz fort. Nach einer kurzen Pause genossen alle die lange Abfahrt nach Immenstadt. Einigen waren die gefahrenen Höhenmeter noch nicht genug. Sie versuchten sich bei Ofterschwang an einer 20-prozentigen Steigung. Die anderen fuhren das Panorama genießend am Alpsee entlang Richtung Oberstaufen, wo es den besten Eiskaffee des Allgäus gab. Auf dem Heimweg bewunderten die Sportler die Schlucht Eistobel und kamen nach 86 Kilometern wieder in Bolsternang an. Mit einem ausgiebigen Abendessen im Biergarten klang der Abend gemütlich aus.

Am nächsten Tag gingen zwei Gruppen mit unterschiedlichen Leistungsstärken auf Tour: Die starken Radler nahmen die "Königsetappe" bei über 30 Grad Hitze in Angriff: eine 114 Kilometer lange Strecke über fast 1400 Höhenmeter. Die ersten 40 Kilometer über Wangen nach Lindau waren noch harmlos. Doch dann kam der Pfänder. Mit seinen 600 Höhenmetern und einer Steigung von durchschnittlich elf Prozent brachte er alle zum Schwitzen. Aber schließlich standen die 14 Pioniere ganz oben und genossen stolz den Ausblick über den Bodensee und das Alpenpanorama. Der Heimweg führte über Scheidegg zurück nach Bolsternang. Dort wartete schon Alleinunterhalter Alex mit seinem Akkordeon und brachte die Radler-Truppe mit lustigen Liedern und Sprüchen zum Schunkeln.

Am Samstag nahmen beide Gruppen die Strecke nach Altusried in Angriff, allerdings jede Gruppe mit der eigenen Geschwindigkeit. In Altusried traf man sich zum gemeinsamen Mittagessen im "Bären". Danach ging es über Legau nach Leutkirch und von dort aus zu einem Badesee. Nach viel Geplantsche setzten die Radler ihren Weg nach Bolsternang fort, um dort den letzten gemeinsamen Abend in geselliger Runde ausklingen zu lassen. Dabei wurde die Rad-Tour des letzten Tages besprochen. Zwei Hardcore-Radler wollten mit dem Rad wieder nach Hause fahren. Der Rest hatte andere Pläne und wollte am Sonntag lieber eine kleine gemütliche Runde machen.

Am nächsten Tag stellten die Kuchener jedoch fest, dass der Tourführer des Tages, Rolf Krupka, gänzlich andere Pläne hatte: Er hatte sich den Sulzberg im österreichischen Vorarlberg als Ziel ausgesucht und damit war es vorbei mit der Gemütlichkeit. So strampelten alle den Berg hinauf und begegneten dort einer Musikkapelle und einem Gendarmerie-Regiment in Uniform. Der Kampf hatte sich wirklich gelohnt und bei wunderbarem Panorama hatten die Sportler die ganze Anstrengung sehr schnell vergessen. Danach wartete eine lange Abfahrt. Der Rückweg nach Bolsternang über Oberstaufen lief schon fast wie von selbst. Damit war die fünftägige Ausfahrt ins Allgäu auch schon Ende.

Alle Teilnehmer der Rad-Tour waren sich einig, dass man noch sehr viele schöne Runden hätte fahren können. Doch das reicht auch noch das nächste Mal.