Aichelberg Tunnelbau: Höheres Tempo nach Umrüstung

Aichelberg / JS 06.08.2015
Bis zu 30 Meter am Tag schafft die Tunnelbohrmaschine am Boßler. Mehr als geplant. Jetzt musste auch die Infrastruktur der Baustelle flotter gemacht werden.

Im Boßlertunnel hat der Betrieb fünf Wochen lang geruht - aber nicht, weil es Probleme gegeben hätte. In dieser Zeit wurde die Logistik nachgerüstet, damit es jetzt mit höherem Tempo weitergehen kann. Beim Vortrieb seit Mitte April hat die Tunnelbohrmaschine zum Teil über 30 Meter am Tag geschafft - weit über dem angepeilten Soll von 20 Metern. Und dies in einer Phase, in der sich die Mineure noch an die Maschine und die Geologie gewöhnen mussten, erläutert ein Sprecher des Kommunikationsbüros Bahnprojekt Stuttgart-Ulm. Solche herausragenden Tagesleistungen hätten die Baufirmen Ende Juni veranlasst, der Bahn eine Steigerung des Tempos vorzuschlagen. Aus dem Stand war das aber nicht zu machen: "Wenn's schneller geht, muss auch mehr Nachschub laufen." Die Lorenbahn, die die Betonfertigteile für die Tunnelwand von der Fabrik auf dem Baustellengelände in den Tunnel fährt, sei ebenso optimiert worden wie der Transport zur Maschine selbst.

Gestern Morgen ist die Tunnelbohrmaschine wieder angelaufen. Welche Schlagzahl sie erreicht, wisse man nicht genau, sagt der Bahnsprecher. Es sollen aber deutlich mehr als 20 Meter pro Tag werden. Für die Bahn verspricht die Umrüstung höhere Termin- und Kostensicherheit. Nach wie vor heiße das Ziel: Bis November 2019 soll der Tunnel hergestellt sein. Für ein vorzeitiges Bauende gebe es keine Prognose. Der Vorteil für die Baufirmen läge aber genau darin: Wenn sie früher fertig werden, bekommen sie das gleiche Geld für einen kürzeren Zeitraum. Tunnelbohrmaschine Käthchen hat in zweieinhalb Monaten 1250 Meter geschafft. Vor ihr liegen noch gut 15 Kilometer in den beiden Röhren des 8,8 Kilometer langen Boßlertunnels.

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